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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe X (1875 / 122)

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du die sonst dazu verwendeten Räume durch die Ausstellung der kunst- 
gewerblichen Fachschulen occupirt waren. Die Maxime, diese Ausstel- 
lungen in die Aufnahmszeit zu verlegen, hat sich sehr bewährt, nicht 
blos deswegen, weil dadurch den neu_ eintretenden Schülern und den 
Eltern oder Vormündern Gelegenheit gegeben wird, einen Maßstab an 
die Leistungen der älteren Schüler sowohl als an die Vorbedingungen 
zum Eintritt in die Schulen zu erhalten, sondern auch dadurch, dass der 
Aufsichtsrath Veranlassung haben kann, sich von den Leistungen der 
Schule und der Methode, in der gelehrt wird, zu überzeugen. 
Alle Diejenigen, welche die Schulausstellung angesehen, haben einen 
in hohem Grade befriedigenden Eindruck empfangen. Man sieht es aus 
der ganzen einheitlichen Leistung der Schule, dass die Lehrer nach einem 
wohlüberlegten Plane vorgehen, und dass unter ihnen jene Harmonie in 
den Grundanschauungen des Unterrichtes vorhanden ist, welche den 
Erfolg einer solchen Schule verbürgt. Mit besonderem Interesse verfolgte 
man die Compositions-Aufgaben der einzelnen Fachschulen, die Aufnahmen 
des Schlosses Velthurns und einzelne Versuche zu selbständigen Arbeiten. 
Ausgestellt waren die Arbeiten der Schulen der Professoren Storck, 
Laufberger, König, Sturm, Hauser, des Docenten Beyer und 
der von Prof. Rieser und Assistent Tapper geleiteten Vorbereitungs- 
schule. Leider war Prof. Val. Teirich durch Krankheit verhindert, sich 
persönlich an dieser Ausstellung zu betheiligen. Auch in diesem Winter 
wird seine Schule durch einen Assistenten, Herrn Hörwarter, vertreten. 
Nichts spricht deutlicher für die Erfolge der Schule, als der Um- 
stand, dass die Aufnahme der Schüler in wenigen Tagen geschlossen 
wurde und eine weitere Aufnahme neuer Schüler in allen Abtheilungen 
der Schule ganz unmöglich ist. Glücklicher Weise ist durch den Neubau 
der Schule in der nächsten Zeit für eine grössere Ausdehnung der Schul- 
localitäten hinlänglich Sorge getragen '). 
Se. kais. Hoheit der Erzherzog Rainer, Protector des Museums, 
der König von Sachsen, der Handelsminister Dr. v. Chlumecky, die 
Curatoren Graf E. Zichy, Lobmeyr, der Abgeordnete Prof. Suess, 
der Präsident des Gewerbevereins v. Zirnmermann- Göllheim und 
eine Reihe von hervorragenden Freunden der Schule beehrten die Schul- 
ausstellung mit ihrem Besuche. 
') ln dem verflossenen Monate wurde von dem Vertreter des k. k. Ministeriums 
des Innern, respective des Stadterweiterungsfonds an die Vertreter der Ministerien für 
Cultus uid Unterricht und der Finanzen der Stadlerweiterungsgrund zwischen dern k. k. 
Museum und der Grenze der am 27. Marz 1874 für die Kunstgewerbeschule übergebenen 
Bauarea zu Zwecken der Kunstgewerbeschule übergeben. Diese Uehergabe erfolgte unter 
der ausdrücklichen Bedingung, dass, falls die Bestimmung der Kunstgewerbeschule jernnls 
geändert werden sollte, der ganze zwischen den zwei Gebäuden gelegene Raum als 
Su-assengrund an die Stadtgemeinde Wien zu übergeben ist.
	        

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