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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XI (1876 / 124)

 
 
eit einer Reihe von Jahrhunderten bildete 
die GLASMALEREI einen prächtigen, wirkungs- 
vollen Schmuck der Kirchen, Klofterhallen, der 
Palafträume, der trauten Stübchen und Erker an 
- Burgen und Bürgershäufern. 
Die fpärlich erhaltenen Refte überall zer- 
ftreut und wieder gefammelt geben Zeugnifz von 
der allgemeinflren Verbreitung farbiger Kunft- 
verglafungen, mehr noch die Volkspoefie jener 
eei erei, welche fo vielfach ihre Interieurs mit zart 
angedeuteten Glasmalereien abfchloffen. 
Die Fortfchritte der Glasfabrikation in Erzeugung grofzer egaler, farbloferTafeln, 
verbunden mit einem völligen Umfchwung der Stylrichtung, dem Bedürfnifz nach 
unbefchränkten Licht für die auf riefigen Flächen {ich ergebende Freskomalerei ver- 
drängen rafch das bunte Glasmofaik und fchalTen dem neuen Produkte leichten 
Eingang. 
Practifch genommen war diefer wie jeder Fortfchritt von hbchftem Werthe, 
äithetifch von geringerm, um nicht zu fagen negativen; denn der architektonifche 
Raum verlor dadurch feinen ftimmungsvollen Abfchlufz, das Kunftgewerbe der Glas- 
malerei feinen nährenden Boden. 
Die zweite Renaiffance der Kunft, welche in der crftcn Hälfte unfcres Jahr- 
hunderts zum Durchbruche kam, fah auch die halb; ja ganz vergeffene Glasmalerei 
in einer deutfchen feit Alters lcunftgewerblichen Stadt wieder erftehcn, zaghaft fchiich- 
tern, bis die königliche Muniiizenz Ludwigs I. an grofzartigen Aufträgen ihr die Kraft 
der Entwicklung gab. Aber fie blieb befchränkt auf Kirchen und Dome, der Pro-
	        
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