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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XI (1876 / 129)

eine Verschiebung der Ausstellung nicht möglich sein sollte, Alles aufge- 
boten werden, damit Oesterreich so gut, als es geht, zur Vertretung 
käme. Aber eben so gewiss ist es, dass es nichts nützen würde, die 
Schwierigkeiten der Lage zu bernänteln; es liegt daher für Oesterreich die 
Frage einfach so: ob es in der Lage sei, in einer seiner würdigen und 
angemessenen Weise an der Ausstellung theilzunehmen. Das ist heute 
nicht so zweifellos, während andererseits unbedingt behauptet werden 
kann, Oesterreich werde an der Pariser Ausstellung voll und glänzend 
vertreten sein, wenn diese um einige Jahre hinausgeschoben werde. Ist 
ein Aufschieben der Ausstellung nicht möglich, so kann sich Oesterreich 
nur in beschränktem Maßstabe an der projectirten Weltausstellung bethei- 
ligen, und zwar nach Massgabe seiner dermaligen volkswirthschaftlichen 
und finanziellen Leistungsfähigkeit. Es ist gut, sich jetzt schon mit diesem 
Gedanken zu beschäftigen, um einem falschen Urtheile über die österrei- 
chische Ausstellung von vorneherein vorzubeugen, dann aber auch um 
vielleicht andere Staaten zu einem ähnlichen Vorgehen zu veranlassen, 
um dadurch das zu erreichen, was im Interesse einer glänzenden Vertre- 
tung Oesterreichs auf der nächsten Ausstellung angestrebt werden sollte: 
die Verlegung der pro 1878 projectirten Ausstellung in Paris auf einen spä- 
teren Zeitpunkt. 
Die Denkschrift der Bronzaindustrie-Gesellschaü über das deutsche 
Musterschutzgesetz. 
Wir haben in diesem Organe wiederholt auf das deutsche Muster- 
schutzgesetz aufmerksam gemacht, welches am 1. April d. J. im Deutschen 
Reiche in Wirksamkeit trat. Die Bronzeindustrie-Gesellschaft, in deren 
Schosse mehrfach die diesbezüglichen Mängel der heimischen Gesetz- 
gebung besprochen wurden, hat in Würdigung der wichtigen Interessen, 
welche beim Musterschutzgesetze auf dem Spiele stehen, aus ihren Mit- 
gliedern ein Comite niedergesetzt, um diese Frage eingehend zu behandeln. 
Herr Ludwig Faber hat das Referat über diese Angelegenheit übernom- 
men und den Bericht formulirt, welcher den hohen Ministerien des Han- 
dels, der Justiz, den Handelskammern u. s. f. nun zu weiterer Amtshandlung 
übergeben wird. 
Wir theilen dieses eingehende Elaborat unseren Lesern vollständig 
mit und können nicht umhin, zugleich unsere Befriedigung darüber aus- 
zudrücken, dass die Bronzeindustrie-Gesellschaft hierin einen ersten und 
hoHentlich erfolgreichen Schritt gethan hat. Das Memorandum lautet 
wie folgt: 
Bei allen jenen Erzeugnissen der Industrie, bei welchen nebst der Güte und Preis- 
wtlrdigkeit der Herstellung, speciell Form und Gestalt, Neuheit der Idee und Originalität 
der Auffassung jene Grundlagen sind, von welchen in dem grossen Getriebe der Con- 
currenz ein entscheidender Erfolg abhängt, hat sich schliesslich der Sieg auf die Seite 
derjenigen geneigt, welche nicht mit der Münze der engherzigen Sparsamkeit, sondern 
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