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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XI (1876 / 131)

setzung des fraglichen Monogrammes kein Zweifel obwalten kann. Die 
weitere Frage, die sich aufdrängt, ist: Wie heisst dieser Monogramrnist? 
Und da kam ich auf eine in ganz verwandter Manier ausgeführte Cartouche 
mit: nMatthias Zündt Faciebat A. 1553.11 
Ist nun der Monogrammist M. Z. und M. Zündt ein und dieselbe 
Person? Andresen hält sie dafür, da er unter Nr. 58 im Werke des Zündt 
ein Blatt unseres Monograrnmisten beschreibt. Allein Andresen ist ein bei 
denklicher Gewährsmann. lch konnte bisher meine Meinung nicht zu einer 
zwingenden Ueberzeugung ausbilden, weil mir ein cotnpletes Oeuvre Zl'1ndt's 
zum Vergleiche nicht zu Gebote stand. Da ich somit vom streng wissen- 
schaftlichen Standpunkte den Meister von 1551 noch keinen Namen gehen 
konnte, führte ich auch im illustrirten Katalog der Ornamentstichsamrnlung 
des k. k. Oesterr. Museums und im Vorworte zu den Gefässen der deut- 
schen Renaissance nur einen Meister von 1551 auf; die Begründung musste 
an beiden Orten als nicht strenge hingehörig unterbleiben. 
Ad 2. Was ich über die Gefässe des Solis gesagt, nämlich: nDie 
Zahl derselben ist eine bedeutende und die Qualität der Ausführung so 
verschieden, wie bei den übrigen aus der Werkstätte dieses Meisters her- 
vorgegangenen Arbeiten. Während eine ziemliche Zahl, sowohl in Bezie- 
hung auf Form als auf Decoration, viel zu wünschen übrig lässt, sind 
andere wieder wahre Muster der Gefässbildnerei nach jeder Richtung hinr- 
- sind Thatsachen, von deren Richtigkeit sich jeder durch Augenschein 
überzeugen kann. Die Gefässe des Virg. Solis sind jedoch von denen des 
Meisters von 1551 so verschieden, dass ich mir nicht erklären kann, wie 
man die Arbeiten dieser beiden Meister auf eine gemeinsame Quelle, näm- 
lich Jamnitzer zurückführen will'). 
Uebrigens möchte ich bei dieser Gelegenheit auch darauf aufmerksam 
machen, dass aus der Uebereinstimmung von Stich- und ausgeführter Arbeit 
absolut nicht geschlossen werden darf und kann, dass der erstere immer 
eine Copie nach letzterer sei. Dies führt mich unwillkürlich zu Punkt 3 
der Bemerkungen des Herrn Prof. Bergau. Er schliesst aus der Ueber- 
einstimmung eines ausgeführten Gefässes mit einem Stiche von Paul Flynt 
auf die gemeinschaftliche Provenienz beider. Also weil der Stich von Flynt 
herrührt, müsse das ähnliche - oder ganz genaue? - ausgeführte Gefäss 
ebenfalls von Flynt herrühren. Diese Beweisführung überzeugt mich nicht. 
Für mich existirt zwischen den Goldschmieden und Goldschmied-Graveurs 
') Sollten vielleicht die Geßsse des V. Solis im Münchener Kupfersrichcabinete die 
Veranlassung zu Herrn Bergau's Meinung gegeben haben? Dann möge er die dortigen 
Solis" einer sorgsamen Prüfung unterziehen. Im Jahre 1867, als der Meister von 1551 
noch nicht in Mode war, fand ich daselbsr unter Solis 4 oder 5 Gefässe von ersterem 
Meister, und obwohl ich dem Vorstande Freiherrn von Hefner-Alteneck davon Mittheilung 
machte und die fraglichen BlAner bezeichnete, ist es dennoch nicht unmöglich, dass sie 
nicht ausgeschieden wurden. Freiherr v. Hefner Verliess bekanntlich bald darauf diese 
Sammlung. '
	        

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