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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XI (1876 / 134)

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Verdienstordens vom heil. Michael, dann dem Hoftischler Heinrich Dübel! 
sen., dem Maler und Decorateur Georg Gläser, dem Hof-Shawlfabrikanten 
J. R. Isbary, dem Hof-Galanteriewaarenfabrikanten August Klein und 
dem Hofbildhauer Franz Schönth aler die goldene Ludwigs-Medaille für 
Industrie am Bande verliehen. 
Kunstgewerhliches aus Idria. 
Dort, wo im Krainerlande die ldrizza ihre munteren Wellen durch das 
Bergland dem lsonzo entgegenträgt, befinden sich die reichen und merk- 
würdigen Quecksilbergruben von Idria, welche jenen Spaniens an Ergie- 
bigkeit ebenbürtig das Wunder des Kronlandes bilden. Die gewerbsfieissigen 
Handelsleute Venedigs waren es, welche nach der im Jahre 1497 erfolgten 
Entdeckung die werthvolle Beute der Berge alsbald eifrig an das Licht 
förderten. Damals war schon eine goldene Aera für die Gewerke aufge- 
gangen, ihr Reichthum wuchs, der Handelsverkehr brachte guten Gewinn 
und zahlreiche Arbeiter aller Art fanden dabei Beschäftigung. Noch heute 
gibt im Orte, der zur Stadt aufgebläht war, davon Zeugniss das Schloss 
w-Gewerkenburgu, welches jetzt vom Bergamte eingenommen wird. 
Der Entdecker der merkwürdigen Quecksilbergruben war ein Land- 
mann, welcher im genannten Jahre für sein Geschäft, das in Holzschnitzerei 
bestand, Wasser bedürfend, eine Quelle fand, von der er das flüssige 
Metall abschöpfte. Er gab es einem Goldschmied zur Untersuchung, der 
den Fund geheimzuhalten suchte, doch wurde die Sache rasch bekannt 
und von den Wälschen in die Hand genommen; vorher hatte sich aber 
allerdings schon 1510 eine heimische Gewerkschaft gebildet. Es scheint, 
dass die damalige industriereiche und daneben auch kunstsinnige Periode 
von dem Quecksilber einen vielseitigen Gebrauch zu machen verstand, 
vielleicht auch einen artistischen, der seitdem wohl ganz verschwunden 
wäre. Ich schliesse solches aus der interessanten Notiz, die ich in einem 
alten Receptenbüchlein vom Jahre 1535 fand, woselbst es heisst: "Mer- 
curium arbaitten vnd härtten, das er sich hemern giessen vnd arbeitten 
lesst. Meister Wilhelmen vnd Martin kaiser Fridrichs, Hertzogen zu Oester- 
reych Alchimisten Auss wöllichem silber er onzehliche Bilder zu Wien vnd 
zur Newenstatt im Oesterreych hat machen lassen etcß Das Büchlein 
heisst: Kunstbüchlin gerechten gründtlichen gebrauchs aller kunstbaren 
Werckleut und kam zu Augsburg bei Heinrich Steyner heraus. 
Maximilian I. wusste den einträglichen Bergbau den Fremden indess 
wieder zu entreissen, worauf er eine neue Gewerkschaft einsetzte. Hierauf 
trat ein grosser Unfall ein, indem 1525 ein gewaltiger Erdstoss die Gruben 
in grösste Gefahr brachte und sie zum Theil unter Wasser setzte. Ange- 
strengte Bemühungen stellten die Bauten wieder her und es trat eine 
günstige Periode ein. Carl ll. von Steiermark, resp. lnnerösterreich, über-
	        

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