MAK

Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIV (1879 / 170)

455 
Seit 1630 wird zur Fabrication eine weisse Erde_ verwendet und aus 
gleicher Zeit stammt die für Faiencen ungewöhnliche Decoration mit 
Gold und Silber. 
Die keramischen Producte von Kioto, der alten Residenz des Mikado, 
scheiden sich in vier Gruppen. 
Die erste umfasst die Awat a Yaki genannten Faiencen, deren Fabri- 
cation seit alter Zeit in den Händen von zehn Familien liegt. Die um- 
ständliche Procedur wird eines Breiten beschrieben. Autfallend ist die An- 
wendung einer blutrothen Glasur. Zur Formung werden Drehscheibe und 
Holzmodel gebraucht. 
Porzellan und Faience von Kiyomidzu und Goyo bilden die zweite 
Gruppe. Bis zum Jahre 1670 lässt sich die Production grober Töpfer- 
waren zurückführen, während das berühmte Porzellan erst seit Beginn 
dieses Jahrhunderts fabricirt wird. Die hauptsächlichsten Producte sind 
Theekannen, Tassen, Unterschalen etc. und werden ebenfalls unter dem 
Namen Somet suke zusammengefasst. Ausser der Drehscheibe kommen 
auch hier Model in Verwendung; die hölzernen bestehen aus einzelnen 
Tafeln, die dann je nach der gewünschten Form zusammengesetzt werden. 
Daneben gibt es solche von Biscuit, sie sind von erhabener oder vertiefter 
Arbeit, je nachdem die innere oder äussere Seite des Gefässes die Zeichnung 
tragen soll. Die so geformten Gegenstände bestehen immer aus zwei hori- 
zontal oder vertical verbundenen Theilen. Es kann aber auch der Model 
völlig entbehrt werden, indem man entweder den Porzellanteig über ein 
Leinwandstück breitet und dessen Ränder der beabsichtigten Form gemäss 
emporhebt oder man schneidet aus der Paste einzelne Stücke heraus um 
sie entsprechend zusammenzusetzen. Kleinere Gegenstände, Nippsachen, 
Thiere u. dgl. werden ebenfalls aus freier Hand und aus einem einzigen 
Stück gemacht. 
i55o kam nach Kioto ein koreanischer Töpfer, dessen Producte seit 
dem Jahre 1580 den Namen Raku Yaki tragen. Raku gilt zugleich als 
Fabrikszeichen, das erste- und einzigemal, dass ein solches erwähnt wird. 
Diese Faiencen sollen sehr zart und schlechte Wärmeleiter sein und werden 
demgemäss vorzüglich zu Theekannen und Tassen verwendet. Die Dreh- 
scheibe ist ausgeschlossen. lhre gewöhnliche Farbe ist schwarz. 
Die vierte Gruppe endlich bildet das Eiraku Yaki. Es ist modernen 
Ursprungs und im wesentlichen eine Imitation alten chinesischen und 
japanesischen Porzellans. Seine Decorationsmittel sind rothes Eisenoxyd 
und Gold. 
Die Töpferei der Provinz Owari datirt aus ältester Zeit. Bücher aus 
dem Jahre 920 thun ihrer schon Erwähnung. Nach dem Orte Seto indess, 
der später den Fabricaten jener Gegend den Namen gibt, kam sie erst 
im Beginn des dreizehnten Jahrhunderts unter Führung eines in China 
geschulten Japanesen. Seit dem Anfang dieses Jahrhunderts wird auch 
hier, beeinflusst durch die Industrie von Arita, das sogenannte Somet suke
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.