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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 202)

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- Die von Prof, A. Prix redigirte wZeitschrift des Vereines österreich. Zeichen! 
lehren bringt in diesem Jahrgange einen eingehenden fachmännischen Bericht über die 
Jahresausstellung der Schulerarbeiten der Kunstgewerbeschule des Museums. 
- Ingenieur Karl Göclt hat soeben bei Alfred Hölder in Wien ein sehr lehr- 
reiches Buch verölfentlicht über vDie gewerblichen Fortbildungsschulen uml verwandten 
Anstalten in Deutschland, Belgien und der Schweiz-i. 146 5. 8" mit 29 Tafeln. Den 
kunstgewerblichen Fortbildungsschulen und Gewerbemuseen sind besondere Abschnitte 
gewidmet. [n der letzten Zeit haben auch Wilda und Gennuk ganz vortrelfliche Ar- 
beiten über gewerblichen Unterricht veröffentlicht. Die Bewegung in der österreichischen 
gewerblichen Unterrichtsliteratur ist ein höchst erfreuliches Symptom für das wachsende 
lnteresse an dem gewerblichen Unterrichte. Herr K. Gbck wurde bei seiner Studienreise 
durch Baron Schwarz-Senborn gefördert. 
KLEINERE MITTHEILUNGEN. 
(Geschenk an das Museum.) Herr Josef E. Böhm, Hofbildhauer 
der Königin von England und Mitglied der Akademien von London, Rom 
und Florenz, hat die Terracottabüsten John Brighfs und W. E. Glade- 
st0ne's, welche sich auf der hiesigen internationalen Ausstellung befinden, 
dem Oesterr. Museum zum Geschenke gemacht. Die Porträte sind nach 
der Natur modellirt. J. E. Böhm, geboren zu Wien am 4. Juli 1834, 
Sohn des auch als Kunstkenner bekannten Münzdirectors J. D. Böhm, 
hat seine Kunststudien an der Akademie der bildenden Künste in Wien 
gemacht und gilt als einer der hervorragendsten Bildhauer in London. 
Seine Porträtstatue Th. Carlyle's, welche auf der internationalen Ausstellung 
in Terracotta zu sehen ist, ist auf dem Thames-Square zu London in 
Bronze aufgestellt. 
Dle Jubiläums-Ausstellung von Wiener Druckwerken, welche im Museum 
die großen Sale Vl und Vll ausfüllt, wurde von Seite des Allerhöchsten Hofes außer Sr. 
Majestät dem Kaiser auch von Sr. kais. Hoheit dem durchlauchtigsten Herrn Erz- 
herzog Karl Ludwig mit einem Besuche ausgezeichnet. Die außerordentliche Frequenz 
der Ausstellung an den letztverflossenen Sonn- und Feiertagen bekundet das überraschende 
Interesse, welches dieselbe auch beim großen Publicum findet. 
(Besuch des Museums.) Die Sammlungen des Museums wurden im Monate 
Juni von to.o75, die Bibliothek von t482 Personen besucht. 
Das Museum und die Kunstgowerbeschule wurden in den letzten Tagen des 
Juni von dem Director der Kunstgewerbeschule in Frankfurt a. M , Herrn Luthmer, 
und dem Director der Kunstakademie in Leipzig, Hofrath L. Nieper, besichtigt. 
(Inetruotion für die oberste Inspection der gewerblichen Faahlehranstalteu.) 
Die von Sr. Excellenz dem Herrn Minister für Cultus und Unterricht erlassene lnstruction 
für die oberste lnspection des gewerblichen Unterrichtes bezeichnet als oberste Aufgabe 
der lnspectoren technischer und artistischer Richtung: zu erheben, 0b sich der Unterricht 
innerhalb der durch den Lehrplan gezogenen fachlichen Grenzen bewegt und ob er in 
einer Weise ertheilt wird, welche den Bedürfnissen jenes lndustriezweiges, dern die Schule 
dienen soll, entspricht. Hiebei haben die lnspectoren technischer Richtung sich auch zu 
überzeugen, ob die mathematisch-naturwissenschuftlichen Disciplinen derart gelehrt werden, 
wie der specielle Fachunterricht dies erheischt. Ebenso ist_von Seite der artistischen lna 
spectoren darauf zu sehen, ob die den künstlerischen Unterricht ergänzenden theoretischen 
Weisungen der Aufgabe der Lehranstalt entsprechen. Besonderes Augenmerk ist den Lehr-, 
Lern- und Arbeitsmitteln zuzuwcnden. Die regelmäßige lnspection aller Lehrfächer, welche 
nicht ihrer Natur nach der speciellen Fachinspection vorbehalten bleiben,'obliegt dem 
lnspector für didaktisch-pädagogische Angelegenheiten. Zu den von Letzterem besonders 
zu inspicirenden Disciplinen gehören auch die mathetnatisch-naturwissenschaftlichen Facher 
und die den artistischen Unterricht ergänzenden Unterweisungen. so weit dabei die 
didaktisch-pädagogische Seite in Betracht kommt. Derselbe hat sein Augenmerk ferner auf 
die Amtscorrespondenz der Schule, die Instandhaltung der Lehrmittel und auf das Ver-
	        

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