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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 202)

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deutung dieses Werkes willen werden wir demnächst im Literaturbericht 
unseres Organes dasselbe eingehend besprechen. Vorderhand geben wir der 
Ueberzeugung Ausdruck, dass dieses Buch eine Musterleistung nach jeder 
Beziehung zu nennen ist, das ehrendste Denkmal, welches die Wiener 
Buchdrucker ihrem Ahnherrn Gutenberg errichten konnten. E. Ch. 
Zur Frage der Verbindung der gewerblichen Arbeits- 
schule mit der Volksschuleä). 
Die Frage der Verbindung des Arbeitsunterrichtes mit der ötlent- 
lichen Schule wird in Deutschland jetzt eingehender als je behandelt. Immer 
mehr drängt sich die Nothwendigkeit auf, die Liebe zur Arbeit schon durch 
die Volksschule dem Geiste der Jugend einzuprägen; zudem zeigt es sich, 
dass Staats- und Communalmittel nicht ausreichen, durch gewerbliche 
Schulen dem Gewerbestande ausreichende Hilfe zu bringen, wenn'nicht auch 
in der Volksschule die l-landfertigkeit gepliegt wird. 
Die Gemeinnützige Gesellschaft zu Leipzig hat zur ein- 
gehenden Behandlung dieser Frage einen Ausschuss gewählt, in welcher 
Dr. Götze die Berichterstattung übernommen hat. Die Anträge des Dr. 
Götze, welche durchgängig die Genehmigung der Gesellschaft erhalten 
haben, begründen das näher, was für Leipzig zunächst zu erstreben ist. 
Es wird dabei die erziehliche Seite in den Vordergrund gestellt. 
Unter den dortigen Verhältnissen wird "als letztes Ziel die Verbindung 
des Arbeitsunterrichtes mit der ölfentlichen Schuleu bezeichnet. vDerselbe 
soll ein Gegengewicht gegenüber dem ausschließlich theoretischen Unter- 
richt bilden, diesen ergänzen; es werde deshalb diejenige praktische Arbeit 
empfohlen, die mit der Schule in Beziehung steheu. 
Es knüpfen sich daran folgende Anträge: a) die Errichtung einer 
Schülerwerkstätte in Leipzig; b) die Veranstaltung eines 
Cursus zur Vorbildung von Lehrkräften an dieser Werkstätte; 
c) Anstellung einer zur Leitung der Werkstätte geeigneten Persönlichkeit. 
Am 6. October 1880 konnte in Leipzig die erste Schülerwerkstätte 
eröffnet werden. Der Entwicklung der Pflege der l-landfertigkeit durch die 
Schule treten aber einige Hindernisse entgegen, und zwar ist es haupt- 
sächlich der Umstand, dass bei den großen Anforderungen, welche die 
Schule, namentlich die höhere, an ihre Zöglinge zu stellen gezwungen ist, 
denselben nur wenig Muße bleibt, in Selbstthätigkeit andere, als von der 
Schule gepllegte Anlagen zu entwickeln. Ein anderes Hinderniss ist das 
verschiedene Schulmaterial selbst. Trotzdem werden im Einverständniss und 
') Siehe auch -Minheilungen- Jahrgang 1878 die Nummern x48, 149, 158, 159 und 
lahrgang x879 die Nummern I64-l69. '
	        

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