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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 198)

die Auswahl derselben erschwert, der Ankauf um vieles vertheuert wurde. Möge der 
Herr Baron in diesem Streben nie ermüden und viele Nachahmer finden, 
Die lnterpellation einiger Curatoren, ob nicht auch die textile Sammlung beim 
Anltaufe berücksichtigt werden konnte, wurde vom Vorsitzenden Herrn W. Siegmund 
dahin beantwortet, dass Herr Baron von Liebig, sowie auch Herr W. Ginzkey durch 
ihre ausgedehnten Verbindungen die genannte Sammlung durch Schenkungen zu berei- 
chern hoffen. 
(Kunstausatellmzg in Rom 1882-1883.) Rom, wo zu allen Zeiten die 
Künstler aller Lander mit einander wetteiferten, wo noch gegenwärtig Kunstinstitute der 
hervorragendsten unter den Nationen blühen, richtet, indem es seine erste große Kunst- 
ausstellung ankündigt, einen Aufruf an alle in und außerhalb ltaliens lebenden auslän- 
dischen Künstler, damit sie sich durch ihre Werke an diesem Wettkampf: aller Schwester- 
künste betheiligen. Die Ausstellung wird in dem Palaste stattfinden, welchen der Staat 
in Gemeinschaft mit der Stadt und der Provinz Rom zu diesem Zwecke erbauen ließ. 
Dieselbe wird die willkommene Gelegenheit bieten zu nützlichen Vergleichen im lnteresse 
der Kunst im Allgemeinen, und dazu dienen, neue Beziehungen zwischen den Künstlern 
aller Länder anzuknüpfen. Das Executiv- Comite, welches den Beruf bat, die Ausstel- 
lung in's Leben zu rufen, wird binnen Kurzem ein darauf bczügliches Reglement erlassen. 
(Dreadener Kunatgewerbaverain.) Der Dresdener Kunstgewerbererein hat auf 
Grund seiner Statuten  zc beschlossen, folgende Preisaufgaben zu stellen und ersucht 
hiermit verwandte Vereine und Fachgenossen um rege Betheiligung an dieser Concurrenz. 
Aufgabe I. Entwurf zu einem Teppich ohne Medaillon (ausgeschrieben von den 
Herren Schütz und Jue_l, Wurzen). l. Preis x50 Mark. II. Preis go Mark. 
Aufgabe II. Entwurf zu einem Leuchter in Silber (ausgeschrieben von Herrn 
S. Garten, Gold- und Silberwaarenfabrik in Neu-Gruna bei Dresden). - Der Leuchter 
soll 17-19 Ctm. hoch sein. Mittelstück und Fuß soll sich leicht je aus drei Theilen 
gießen oder prägen lassen. Der Styl soll reich, flott und keck sein. Etwaige Vorbilder: 
Schloss Brühl am Rhein, die künigl. Leuchter zu Dresden (nur reicher), das Flötenzimmer 
Friedrich ll. in Potsdam; der Leuchter müsste in ein Boudoir der Gräfin Dubarry passen. 
l. Preis wo Mark ll. Preis 60 Mark. ' 
Aufgabe III. Entwurf zu einer Einfassung für Buchdruck (ausgeschrieben von Herrn 
Buchdruckereibesitzer C. Richard Gärtner, Dresden). - Dieselbe soll bestehen aus 
Eckstück, Mittelstück und Verbindungsstück. Als Motiv ist zu benutzen: Kornblume und 
Lorbeer mitlKaiseremhlemen. Breite der Einfassung bis 2 Ctrn. Zeichnungen sind einfarbig 
(schwarz) und in den Farben der Motive einzusenden. l. Preis So Mark. ll. Preis 30 Mk. 
Aufgabe IV. Entwurf zu einer fünfarrnigen Girandole in cuivre poli (ausgeschrieben 
von Herrn Ed. Pachtman n, Dresden). - Ungefähre Höhe 60-65 Ctm. Bei dem Ent- 
wurf ist besonders darauf zu achten, dass die Construction des Leuchters keine compli- 
cirte ist. Der Herstellungspreis von Mark pro Paar darf nicht überschritten werden. 
l. Preis roo Mark. ll. Preis 60 Mark? 
Aufgabe V. Entwurf zu einem schmiedeeisernen dreißammigen Hlngeleucbter in 
deutscher Renaissance für ein kleineres Zimmer (ausgeschrieben von Herrn Fabrikant 
E. Kühnscherf, Dresden). Halbmesser bis Mitte Flamme 25-30 Ctm. l. Preis x50 Mark. 
ll. Preis go Mark. 
Die Entwürfe sind mit Motto oder Monogramm nebst gleicher Devise auf versie- 
geltem Couvert, die vollständige Adresse des Absenders enthaltend, an den Dresdener 
Kunstgewerbeverein, Antonsplatz r, zu richten. 
Der späteste Termin der Ablieferung ist der x. April 1882 incl. 
Der Besuch der deutschen technischen Hochschulen im Wintersemester 
l88l[82 war 3826, darunter m65 Hospitanten und 179i Schüler. Im Wintersemester 
1830]!!! betrug die Frequenz 4372, darunter 3226 Schüler und 1146 Hospitanten. 
B61 dem Pfalz. Gawerbemnsenm in Kaiserslautern ist die neucreirte Stelle 
eines Conservators und Bibliothekars zu besetzen. Hiezu wäre ein künstlerisch und wissen- 
schaftlich ausgebildeter Mann mit speciellen Kenntnissen für Kunstgeschichte und das Kunst- 
gewerbe erforderlich, der bereits eine praktische Thatigkeit bei einem größeren Kunst- 
institute nachweisen kann. Der Anfangsgehalt beträgt außer regulativmaßigen Diäten und 
Reisegebühren 2400 Mark, welcher Gehalt bei befriedigender Dienstleistung in drei Jahren 
auf 3000 Mark erhöht wird. Reüectanten wollen ihre Gesuche unter Beifügung ihres 
Lebenslaufes und Bildungsganges bis Mitte Marz bei dem Unterzeichneten einreichen. 
Kaiserslautern, den 8. Februar 1881. 
Der Vorsitzende des Verwaltungsrathes: 
J- Sßhoßn. Commcrzienrath. 
Selbstverlag des k. lt. Oeeterr. Museums für Kunst und Industrie. 
Duchdruekuii wa Cul Gerohfn Bahn In Wien.
	        

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