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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 203)

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Industrie als Muster gelten können. In dieser Gruppe haben sich nament- 
lich die Firmen G. A. Scheid, Markowitsch 8: Sohn, C. I-Iaas und ganz 
besonders J. Pachhofer den Dank der Gablonzer Industriellen erworben. 
Gegen 200 Blätter mit Abbildungen der verschiedensten, auf die 
Gablonzer Industrie Bezug nehmenden Kunstgegenstände, welche sowohl 
den Sammlungen des Museums, als auch dem Besitze der Schule ent- 
nommen sind, und theils in diesem, theils in den anderen Räumen zur 
Ansicht gebracht werden, vervollständigen das große Studienmaterial, das 
hier den strebsamen Arbeitern, Fachleuten und Industriellen geboten wird. 
Links vom großen Zeichensaal treten wir in ein geräumiges Lehr- 
zimmer, welches gegenwärtig die Schülerarbeiten der Gablonzer Fachschule 
birgt. Dieselben sind in zwei Hauptgruppen angeordnet, durch welche uns 
die beiden Jahrgänge der kunstgewerblichen Fachschule (Tagesschule) und 
der gewerblichen Fortbildungsschule (Abend- und Sonntagsschule) reprä- 
sentirt werden. An der Westvirand wird uns ein Lehrgang der Fach- 
schule während zweier Unterrichtsjahre dargestellt, und zwar in der Weise, 
dass wir in 39 Blättern den stufenweisen Fortschritt des Schülers von 
der ersten bis zur letzten Arbeit beobachten können. Während der Schüler 
damit beginnt, das Ornament in großen, sicheren Strichen auffassen und 
in der einfachsten Weise darstellen zu lernen, geht derselbe nach und 
nach zu complicirteren Aufgaben über, gelangt zum Studium des poly- 
chromen Flachornamentes, übt sich dann in der Darstellung plastischer 
Vorbilder und schließt mit der Ausführung zarter und mustergiltiger 
Schmuckgegenstände in natürlicher Größe. - Gleichzeitig mit diesen 
Uebungen findet der Unterricht im geometrischen Zeichnen statt, der in 
ähnlicher Weise durchgeführt und zur Anschauung gebracht wird. Zeich- 
nungen aus der Stil- und Proiectionslehre, sowie Compositionsaufgaben 
beschließen die Reihenfolge. Hierauf gelangen wir zur Ausstellung der 
Zeichnungen der Abend- und Sonntagsschüler der gewerblichen Fort- 
bildungsschnle; dieselben weisen eine Anzahl höchst respectabler Leistun- 
gen auf. 
Aus diesem Raume gelangen wir in ein Lehrzimmer, in welchem 
die Schülerarbeiten der sechs Zeichen-Forthildungscnrse im Gablonzer 
lndustriebezirke ausgestellt sind. Ist in diesen Leistungen ein wackeres 
Streben auch unverkennbar, so glauben wir doch bemerken zu müssen, 
dass hier die Ziele mitunter etwas zu hoch gesteckt werden, was im 
Interesse des Unterrichtszweckes wohl vermieden werden könnte und in 
Zukunft sicher auch vermieden werden wird. 
Zuletzt gelangen wir in den Ausstellungsraum, in welchem sich die 
Schülerarbeiten der außerhalb des Rahmens der Quincaillerie-Industrie 
stehendeniReichenauer Malerschule befinden, Arbeiten, welchen wir unter 
den ohwaltenden Verhältnissen die Anerkennung nicht versagen können. 
Im Parterre sind zwei Räume zu Ausstellungszwecken benützt, in 
welchen sich nach dem Ausstellungskataloge die III. Gruppe von Objecten 
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