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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 204)

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Den zahlreichen Nachfragen öffentlicher Anstalten und größerer Etablissements um Zu- 
führung vollkommen ausgebildeter Schüler als Assistenten, Operateure, Drucker etc. 
konnte nur theilweise entsprochen werden, da der größere Theil der Schüler durch eigene 
Geschäfte oder Engagements schon vor iltrem Eintritte in die Anstalt gebunden waren 
und der kleinere Theil an Zahl weit hinter den gestellten Anfragen zurückblieb. Allen 
diesen Anforderungen gegenüber hat sich die Anstalt als bereits zu klein erwiesen, und 
kann es als der schöne Erfolg dieses Semesters bezeichnet werden, dass sowohl das 
Unterrichtsministerium durch Genehmigung neuer Lehrmittel und Lehrkräfte als auch die 
Stadt Salzburg durch Vermehrung und Vergrößerung der Localitätett, nämlich durch den 
Zubau eines zweiten Glassalons mit Laboratorium und eines neuen Druckersaales, diesen 
steigenden Anforderungen Rechnung tragen. 
(Walhnaohts-Ausstellnng in Graz.) Der Ausschuss des steierm. Vercines zur 
Förderung der Kunstindustrie veranstaltet auch heuer wieder eine Ausstellung von Er- 
zeugnissen der modernen Kunstindustrie in der Zeit vom I. bis 24. December, an welcher 
sich nur Produzenten kunstindustrieller Gegenstände von Steiermark und den angren- 
zenden Alpenländern betheiligen können. 
Alle auszustellenden Gegenstände sind womöglich bis längstens 15. November d. J. 
anzumelden. Der zu benützcnde Raum ist kostenfrei, wie auch die Beaufsichtigung der 
ausgestellten Gegenstände vom Vereine unentgeltlich besorgt wird. Für verkaufte Gegen- 
stands werden zur theilweisen Deckung der mit dieser Ausstellung verbundenen Baraus- 
lagen an Drucksorten, Inseraten etc. 5 Procent des Verkaufspreises an die Vereinscassc 
abgeführt. 
(K. k. Fachschnle für Thonindnntrle und verwandte Gewerbe in Znaim.) 
Die Fachschule in Znaim besuchten im Schuljahre 188i]: tt7 Schüler, davon waren 
22 Tagschuler und fünf Hospitanten. Die Gesammtsumme der im abgelaufenen Schul- 
jahre vertheilten Stipendien betrug 904 B. b. W. im Laufe des Schuljahres fanden drei Tag- 
schüler in Fabriken Anstellungen, u. z einer als Maler und zwei als Modelleure. Es ist 
hier zu bemerken, dass sämmtliche fleißigen Tagschüler immer ihre Versorgung fanden und 
darunter einzelne junge Männer sich befinden, die mit definitiven Bezügen bis ttoo H. 
angestellt sind. 
Die Znaimer Fachschule wurde im Jahre 1872 als Zeichen- und Modellirschule 
eröffnet und bildete sich allmalig zu einer Fachschnle für Thonindustrie und verwandte 
Gewerbe aus. Sie zerfallt eigentlich in zwei Abtheilungen, in eine Abendschule, Fortbildungs- 
classen, welche in der Mehrzahl von Lehrlingen und Gehilfen der Thonindustrie besucht 
wird und in eine Tagschule mit dreijährigen-i Curse. 
An der Abendschule wird Zeichnen, Modelliren und Chemie, an der Tagschule 
außerdem Geometrie und Projectionslehre, das kaufmännische Rechnen, das Freidrehen 
und die Darstellung praktischer Arbeiten gelehrt. Die Tagschüler können sich an dieser 
Fachschule als Maler, Modelleure, Dreher und Geschäftsführer heranbilden. Die Schule ver- 
folgt entschieden eine Richtung, die von der Theorie zur Praxis übergeht, und dass dies 
"der einzige richtige Weg ist, beweisen ihre hochst anerkennenswerthen Leistungen und ihr 
guter Ruf, der sich weit über die Grenzen Oesterreichs erstreckt. _ 
Die Znaimer Fachschule erstreckt ihre Thatigkeit nicht nur auf den Znaimer Bezirk, 
sondern auch nach auswärts. wie sie auch von jungen Leuten aus verschiedenen Prdvinzeit 
der Monarchie frequentirt wird. 
Diepreußische Regierung entsandte in jüngster Zeit einen Stipendisten als Schüler 
an diese Anstalt. An der Fachschule sind der Director Prof. Adolf Sterz. vier Lehrer, 
wovon einer Schüler der Fachschule, zwei Schüler der Kunstgewerbeschule des Oester- 
rcichischen Museums waren, ein Assistent und ein Vorarbeiter thätig. 
Von vielen Objecten, welche derzeit bedeutende Handelsartikel sind, wurden die 
Modelle an der Znaimer Fachschule angefertigt, von mancher Verbesserung in der Dar- 
stellung der gewöhnlichen Waare war diese Anstalt die Urheberin. 
Diese Anstalt scheint insbesondere dazu berufen, die Centrale des gewerblichen 
Unterrichtes im südlichen Mahren zu werden und verdient daher die besondere Beachtung 
der dazu berufenen Organe. 
Am Trooadero in Paris wurden die ersten fünf Säle des Musee des Moulages 
unter dem Titel eines nMusee de la sculpture comparee-t eröühet. Dadurch wird eine 
ldee verwirklicht, welche Viollet-le-Duc vor 20 Jahren angeregt hat. Dies Museum wird 
der Geschichte der plastischen Kunst Frankreichs gewidmet sein. 
Selbstverlag du k. k. Oeslerr. Muaeurns tTu- Kunst und Industrie. 
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