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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 211)

Concurs - Ausschreibung 
zur Erlangung von Skizzen für die malerische Ausschmiickung der in 
dem Friese an beiden Stirnseiten des Gerneinderathssaales im neuen Rath- 
hause herzustellenden zwei großen Frescobilder. 
Der Gemeinderath der Stadt Wien hat in der Plenarsitzung am z. Marz 1883 das 
nachstehende Programm für die künstlerische Ausschmückung des im Gemeinderathssaale 
des neuen Rathhauses befindlichen Frieses genehmigt. 
Programm: 
An den WVandHachen der beiden Stirnseiten des Gemeinderathssaales sind in einer 
Höhe von 27 Fuß 6 Zoll : 870 Meter vom Fußboden des Saales gerechnet Friese an- 
gebracht, welche eine Lange von 47'], Fuß : 15 Meter und eine Hohe von 8'], Fuß 
: z'68 Meter enthalten. 
Diese Friese setzen sich an den beiden Langenseiten des Saales fort, einerseits bis 
zu den Fenstern mit einer gleichen Hohe von 8'], Fuß, einer unteren Länge von 7 Fuß 
2 Zoll: 2'265 Meter und einer oberen Lange von tz Fuß z Zoll -: 3'846 Meter, 
anderseits bis zu den sieben Bogenfeldern in der für das Publicum bestimmten Loggia 
in gleicher Hohe und gleichen Langen. 
In den Friesen sind folgende Gemalde al fresco darzustellen: 
A. An der rechten Stirnseite des Saales die Zeit Herzog Rudolf lV. und Al- 
brecht III. mit Motiven, welche auf die Grundsteinlegung des hohen Thurmes von 
St. Stephan, auf die Gründung der Universitat und die bürgerlichen und socialen Re- 
formen Bezug haben; 
im Friese anschließend links: Konig Rudolf von Habsburg und König Al- 
brecht 1.; 
im Friese anschließend rechts: Kaiser Friedrich lll. und Kaiser Max I. 
B. An der linken Stirnseite des Saales Kaiserin Maria Theresia und Kaiser 
Josef II., umgeben von den hervorragendsten Sraatsmannern, Gelehrten, Dichtern, Künst- 
lern u. s. w. ihrer Zeit; 
im Friese anschließend links: Kaiser Leopold I. und Prinz Engen von Savoyen; 
im Friese anschließend rechts: Kaiser Franz I. und Erzherzog Karl. 
C. In den sieben Bogenfeldern der für das Publicum bestimmten Loggia sind 
Allegorien und zwar: 
t. Unterricht und Erziehung, 4.. Industrie, 
z. Wissenschaft, 5. Handel und Verkehr, 
3. Künste, 6. Gesundheit, 
7. Wohlthitigkeit 
al fresco darzustellen. 
Zum Zwecke der Durchführung dieses Programmes wird ein Concurs ausgeschrieben 
und genügt es, wenn die an dem Concurse sich betheiligenden Künstler Skizzen für die 
an den beiden Stirnseiten des Gemeinderathssaales herzustellenden großen Bildßachen, 
die Zeit Rudolfs IV. und Albrechts lll. und die Zeit Maria Theresifs und Josefs ll. 
darstellend, einsenden. 
An dem Concurse können sich auch mehrere Künstler gemeinschaftlich betheiligen. 
Genoms-Bedingungen : 
Zur Theilnahme an dem Concurse sind alle Künstler berechtigt, welche in einem 
der im österreichischen Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder entweder ge- 
boren oder ansässig sind. 
Jeder der beiden Friese an den Stirnseiten hat eine Bildfläche von 47'], Fuß 
: tS Meter Länge und 8'], Fuß : 2-68 Meter Höhe. Die Skizzen sind in Farben zu be- 
handeln und in einem Sechstel der natürlichen Größe, d. i. je 7 Fuß ll Zoll: 2'50 Meter 
lang und t Fuß 5 Zoll -: 0-45 Meter hoch auszuführen. 
Die in den Vordergrund gestellten Figurensollen Lebensgroße erhalten und ist bei 
sammtlichen Bildern des Frieses auf einen einheitlichen Hintergrund, mit Ausschluss des 
Goldgrundes, Bedacht zu nehmen. 
Die Gemalde sind seinerzeit al fresco auszuführen. 
Für die drei besten, von dem Preisgerichte als preiswürdig anerkannten Skizzen 
sichert die Gemeinde Wien folgende Preise zu, und zwar: 
Einen ersten Preis_mit 3000 ß. o. W., 
einen zweiten Preis mit zooo H. o. W., 
einen dritten Preis mit tooo ü. ö. W.
	        

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