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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 213)

110. 
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Gestopfter Aermel, zur vorigen Nummer gehörig. Bemerkenswerth 
sind die Saumausschnitte. 
121 -l22. Bruchstücke eines mit feiner Gobelinborte besetzten uni-ge- 
streiften Leinengewandes. Die Borten enthalten auf blauem Grunde 
rothgelbe sternförmige Muster und sind mit schmalen rothen Streifen 
geränclerr, welche durch ihre Ornamentirung eine Jota-(U-Linie 
bilden. 
Charakteristisch für eine ganze Reihe tiun horten an unseren Tuniken sind 
deren Einfassungen durch Buchstaben-Reibungen. Es liegen solche vor, mit f, H,Z, 
I. M, 14m1, c(1:),'r, HB, rn,sr m, wozu a... Nöthige bei den hetrelfenden Nurn" 
mern bemerkt werden wird. Es liegt die Vermuthung nahe, dass, wie verschiedene 
Anzeichen es zu bestätigen scheinen, diese Buchstabenborten mit Beziehung auf die 
Namen der Träger gewählt wurden, wir hätten also in diesen Fällen Namens- 
lnitialen, Iwie z. B. Rsibpytoc), Zmxapiac), 'H().(uc), "Kunivvncl, M(dpxoc) oder 
Müxplal, M : Mkxuhk), Tlüzxüiuuc) oder Tlßrpoc) etc., C(ewoü61oc) oder Qäoxpx) 
etc., Tüßcprocl, dann 'H Mac) Büicüroc), TTl(cowc), ST(e1puvoc) u. s. w. 
123. Aufgetrennter Aermel, zu voriger Nummer gehörig. 
124. Bruchstück einer sehr kleinen Kindertunica aus Baumwolle, verziert 
125. 
126. 
1 27. 
128. 
mit aufgenähten, in Herzblättern auslaufenden Gobelinspangen, welche 
nach spätrörnischer Kleidertracht von der Achsel über die Brust und 
den Rücken herunterliefen. Sie zeigen auf rothem Grund weisse 
vegetabilische Musterung in rhythmischer Aufeinanderfolge. Eingefasst 
sind sie mit Z-Linien. 
Der Buchstab Z ist nicht als griechisches Sigma zu nehmen, welches in dieser 
Form schon im ersten christlichen Jahrhundert dem C tE) weichen musste und 
selbst auf epigraphischen Denkmälern sich nur bis zum Ende des dritten Jahrhunderts 
n. Chr. erhalten zu haben scheint; sondern fur ein liegendes M. s. Anm. zu Nr. 121, 
In und Nr. 138, Zu vergleichen ist auch das liegende Era I 
Bruchstlick einer kleinen uni-gestreiften Kindertunica aus Baum- 
wolle. Von den als Zier eingearbeiteten Gobelinspangen (s. Nr. 124) 
hat sich nur eine erhalten, ebenso ein Theil des aufgenähten vier- 
eckigen Achselschmuckes (tabula). Die Spange enthält auf rothem 
Grunde übereinanderstehend abwechselnd chimärische Vogelgestalten 
und vegetabilische Ornamente. 
Aufgetrennter Aermel eines uni-gestreiften Baumwollgewandes. Die 
beiden Gobelin-Besatzstreifen sind mit der Textur combinirt (s. oben 
Nr. 11g) und zeigen in feiner Ausführung auf rothem Grunde weisse 
Rankenornamente. Das aufgenähte Saumbörtchen enthält zierliche 
geometrische Muster in feinster Durchbildung. 
Stück eines aufgetrennten Aermels mit breitem, roth und weiss ge- 
streiften Gobelinbesatz in delicater Ornamentirung. 
Bruchstück einer Leinentunika. Zwischen den verticalen Uni- 
Streifen laufen combinirte doppelte rothe Gobelinstreifen rnit zier- 
licher weisser Musterung.
	        
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