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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 216)

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liche Leben in Graz zu "heben. von einem vollen Erfolg gekrönt worden 
sind. An allen Unterrichtsanstalten in Graz wirken ganz hervorragende 
Männer zur Ehre dezüWissenschaft, zur Ehre Oesterreichs und zur Ehre 
desdeutschen Volksstammes in Oesterreich. 
Die jüngste Schöpfung des Unterrichtsministeriums, die Staats- 
gewerbeschule in Graz, ist eine sehr nützliche Anstalt, gut dotirt 
und mit ausgezeichneten Lehrkräften versehen. Der Einfluss, den diese 
Schule auf die Gewerbe ausübt, tritt immer deutlicher hervor, trotz einer 
gewissen geistigen Schwerfälligkeit, welche im steirischen Volkscharakter 
liegt. Um diese Anstalt hat sich speciell Graf Heinrich Attems große 
Verdienste erworben. 
Das Ausstellungsgebäude hat sich sehr gut bewährt. Um 
die lnnendecoration haben sich mehrere Professoren der Staatsgewerbe- 
schule besonders erfolgreich bemüht; sie ist im Style der italienischen Re- 
- naissance stylgerecht durchgeführt. Für die kunsthistorischen Interessen 
der ganzen Ausstellung tritt Professor Wrastler erfolgreich ein; er zeigt 
sich als der berufenste Vertreter der Kunstgeschichte Steiermarks. In 
Prof. Zahn hat das Archivwesen, in Prof. Luschin das Fach der 
Münzen- und Siegelkunde ausgezeichnete Kräfte. Zahl- und kenntniss- 
reiche Kunstfreunde treten auf dem Gebiete der prähistorischen 
Alte rth üßmer auf: Graf Meran, Fürst E. Windischgrätz, Graf Wurm- 
brand u. ä. m. Der Darstellung stylvoll eingerichteter Wohnräume stellen 
sich große Schwierigkeiten entgegen. Es zeigt sich dies bei allen Arten 
von Ausstellungen; man darf daher an dieser Abtheilung nicht eine allzu 
strenge Kritik üben. In der Regel werden diesen sog. stylgerechten Wohn- 
räumen jene Gegenstände zugewiesen, welche sich in anderen Abthei- 
lungen nicht recht unterbringen lassen; es machen daher diese styl- 
gerechten Räume einen unruhigen Eindruck. Um solche Räume herzu- 
stellen, br-aucht man mehr Muße, als man im Gedränge von Ausstellungen, 
welche nur kurze Zeit dauern, zur Verfügung hat. 
Graz kann sich Glück wünschen, dass die culturhistorische Aus- 
rstellung ein würdiges und stabiles Ausstellungsgebäude besitzt, 
welches, wenn einmal die junge Gartenanlage desselben nach Jahrzehnten 
zählt, dem Grazer Publicum manchen Genuss bereiten wird. Wenn das 
polytechnische Institut vollendet sein wird, so werden die Räume des 
Joanneums. von selbst sich dem künftigen Landesmuseum öffnen. 
Dass dieses gut organisirt wird, dafür bürgen die Namen, welche sich 
an die Spitze des Museal-Vereines gestellt haben. R. v. E.
	        

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