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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 216)

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Ciselirschule, Stefan Schwartz, im Auftrage des kunstsinnigen Oberst- 
hofmeisters Sr. Majestät des Kaisers, Prinz Hohenlohe, angefertigt und 
als bleibendes Erinnerungszeicben den Sammlungen des Museums gewidmet. 
Es ist ein allegorisches Siegesdenkmal in kleinem Maßstab 63 Centim. 
hoch, 40 Centim. breit, in Silber gegossen und ciselirt; ein Reiter mit 
geschwungenem Säbel sprengt über türkische Trophäen hinweg, welche 
auf dem Boden liegen. Seine Brust ist geziert mit dem Bilde des Adlers, 
sein Schwert trägt den Spruch: vin hoc signo vincesu. Der Sockel ist in 
Silber getrieben und reich mit Trophäen, Masken und anderen passenden 
Emblemen, außerdem aber mit Porträtmedaillons in Limousiner Manier 
geziert, welche vom Maler Bau er ausgeführt wurden. Die Medaillons zeigen 
auf der Stirnseite den Kaiser Leopold, auf der einen Breitseiteden König 
Sobieski, den Herzog Karl von Lothringen und den Commandanten Wiens, 
Grafen Rüdiger von Starhemberg; auf der andern Breitseite die Kur- 
fürsten Maximilian von der Pfalz und Johann Georg von Sachsen und- 
den Bürgermeister Liebenberg. Die rückwärtige Schmalseite trägt die in- 
schrift: nDer Befreiung Wiens von der Türkennoth am 12. September 1683 
zum ruhmreichen Gedächtniss. r. September 1883.11 Das Ganze ruht auf" 
einem Untersatz von rothem Holz, welcher von dem Tischler Michel junior, 
einem ehemaligen Zögling der Kunstgewerbeschule, ausgeführt wurde, den 
Guss besorgte der jüngere Kunstgießer Dolejschka, die gehämmerte 
Arbeit und die Montirung der Silbertheile V. Czokaly. 
An der Fachschule für keramische Decoration wird unter Leitung 
des Prof. Hans Macht von Fräulein Auguste Wabrmund eine herrliche 
Prunkkanne mit Untertasse in Renaissancestyl ausgeführt, an welcher zum 
ersten Male die von der chemisch-technischen Versuchsanstalt beigestellten 
Emaile in Limousiner Art "zur vollen und großen Geltung kommen. Die 
Kanne zeigt auch hier wieder in Medaillons die Porträte Leop0ld's, Karl's 
v. Lothringen und Sobieskfs; die Schüssel trägt die Medaillons mit den 
Bildnissen Starhembergs, des Bischofs Koionitz und des Bürgermeisters 
Liebenberg. Zwischen den Medaillons sind sowohl auf der Kanne als auf 
der Schüssel Trophäen angebracht, außerdem noch in drei Zierrahmen 
die bezüglichen historischen Daten. 
ß Künstlerisch ausgeführte Möbel und Zimmereinrichtungen 
in Berlin. 
Soeben erschien der von den Aeltesten der Kaufmannschaft in Berlin 
erstattete nBericht über den Handel und die Industrie von 
Berlin im Jahre 1882". Derselbe ist ebenso interessant und lehrreich 
als der vorjährige. Er umfasst nicht weniger als 190 zweispaltige Folio- 
seiten. Vortrelflich redigirt enthält er eine Reihe von Specialvoten hervor- 
ragender Fachmänner. Berlin erweitert sich, darüber gibt der Bericht
	        

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