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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 220)

zu benützen wusste. Desgleichen bringt sie fein stylisirte Tischwäsche 
mit Rankenornamenten, welche sich an das Meißner Zwiebelmuster an- 
lehnen und eben dadurch mit decorirtem Porzellan eine harmonische 
Tafelzierde zu bilden bestimmt sind. Regina Heller bringt Arbeiten 
ähnlicher Art, die sich in feinsinniger Weise den verschiedenen Decora- 
tionen des Tischgeschirres anschließen. Fast lauter künstlerisch com- 
ponirte Stücke nach Zeichnung Hrdliczkas, eines Schülers Professor 
Storck's, unter denen wir besonders ein rothgesticktes Tischzeug hervor- 
heben möchten, sowie ein von Frl. Pibus entworfenes Tischtuch, im 
Stielstiche Verschiedenfarbig verziert, das zu chinesischem Porzellanservicc 
gestimmt ist. 
Bei Karl Giani, der heuer wiederum die Decorirung des Säulen- 
hofes übernommen, fallen besonders Polster in Silberstickereien mit bunten 
Blumen auf, welche ihre Motive aus der reichen Textilsammlung des 
Museums holten. 
Josef Stramitzer zeichnet sich besonders durch eine breite Spitze 
und einen Kragen in Venetianer-Manier aus, während F. Bollarth eine 
Altarspitze mit Blumendolden nach einem Entwurfe Professor Storck's 
als Hauptstück aufzuweisen hat. Unter den weiblichen Arbeiten möchten 
wir einen geknüpften Kragen von Frl. Straßgi hervorheben, wobei diese 
Technik auf das beste zur Geltung kommt, während sich eine gestickte 
Mappe von Frau Straßgi-Lederer durch exacte Ausführung und styl. 
volle Composition auszeichnet. 
Von Kunstblumen wurde die gewöhnliche Marktwaare im Raume 
beschränkt, doch schien es geboten, einer Industrie, die vielleicht nicht 
ganz stricte zum Kunstgewerbe gerechnet werden kann, Raum zu gönnen, 
da sie in Wien mit ihren Hilfsarbeitern über 2000 Personen beschäftigt. 
Besonders dürfen die Blumen von Frau Mathilde Stadlin hervorgehoben 
werden, in denen sich eine zarte künstlerische Empfindung bethätigt, 
und jene so naturgetreu hergestellten Alpenblumen von Frau Bogner, 
die schon eine artige Probe bestanden haben. Man versuchte in einem 
Kreise, der mit der Vegetation unserer Alpen sehr wohl bekannt ist, die 
künstlichen Schneeblumen dieser D'ame mit echten zu {einem Strauße zu 
mischen, und erst durch Befühlen gelang es, Natur und Kunst wiederum 
zu scheiden. 
Neue Theaterbauten in Oesterreich, 
Bei der hohen Bedeutung, welche das Theater heutzutage durch 
Beschäftigung der meisten Industriezweige für Entwicklung der letzteren 
in Anspruch nehmen kann, dürfte eine Besprechung der neuesten Theater- 
bauten in Oesterreich auf das Interesse unserer Leser zählen können. Die 
Reihe dieser Aufsätze eröffne:
	        

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