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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 221)

In der Längsachse der mit Terrazzi- und Mosaikböden ') geschmückten 
Halle erblickt man die Stiege in die oberen Etagen. Das Auge wird 
durch den Anblick der reichdecorirten Decke und einen fesselnden Durch- 
blick über die Gesammtanlage der Stiege nach einem zu oberst in Farben- 
pracht fluthenden Glasgemälde erfreut, ausgeführt von Geylings Erben 
in Wien, nach der Composition des mährischen Malers Professor Pirchan, 
welche derselbe dem Museum widmete. 
Außer den angeführten Räumen finden sich zu ebener Erde noch 
eine Aufseherwohnung und Wirthschaftsräume mit einem besonderen 
Ausgange auf die Nebengasse; überdies enthält auch der Keller derlei 
Räume, dann eine Luftheizungsanlage, welche das fürstlich erzbischöf- 
liche Hüttenwerk zu Friedland in Mähren allen Anforderungen gerecht 
herstellte. Je nach Bestimmung der verschiedenen in den drei Stock- 
werken vertheilten Räume werden solche mittelst Circulation, Circulation 
und Ventilation, auch einige kleinere nur mit Ventilation erwärmt. 
Auf dem ersten Ruheplatz der Stiege von rothem geschliffenen 
Marmor von Gran gelangt man, an einer Bronze-Statue der Diana -eine 
Leuchte haltend - vorbei, in den Vorlesesaal, dessen Fussboden abgetreppt 
ist. Den Raum schmückt eine reich verzierte Cassettendecke, unter welcher 
sich ein Fries mit architektonischem und plastischem Schmuck, die Tafeln 
mit den Namen der Stifter einrahmend, hinzieht. Die Umgebung der 
Vorlesebühne und Tafel ist mit einem besonderen Beleuchtungsapparat 
versehen, welcher beliebige Lichtintensitäten hervorzubringen gestattet. 
Der Vortragende tritt durch einen besonderen Eingang von der 
Garderobe her ein. 
Der Vorlesesaal fasst 150 Sitzplätze, die in demselben angebrachte 
Galerie dazu 45; im Ganzen können 250 Personen Platz finden. 
Zum Mezzanin gelangt man den zweiten Arm der Stiege hinauf, 
über die erwähnte Galerie nach einem Verbindungsgange der zweiten 
Galerie, auf welcher Objecte aufgestellt sind. Während dieses Weges hat 
man freien Ueberblick in die Halle und kann die Malerei der Decke näher 
betrachten, von welcher neben anderen Beleuchtungskörpern ein zierlich 
gearbeiteter Bzflammiger Luster, von L. Mundt in Wien hergestellt, 
herabhängt. Von den oben angeführten Verbindungsgängen kann eingetreten 
werden auf die Galerie des Vorlesesaales, in zwei Räume für Ausstellungs- 
zwecke wie für Ateliers verwendbar, dann in die Räume des Directors, 
Sccretärs und Custos und endlich in die geräumige, wohleingerichtete 
Bibliothek. 
Nun führt die Stiege in die Gedenkhalle hinan, deren Hauptwand 
das schon von der Halle aus erblickte Glasgemälde schmückt. Da sieht 
man im Einklange mit der Architektur die Gründungstafel, die Tafeln, 
') Der große Mosaikstem in der Mine der Halle etc. sind Widmung des J. Odorico 
aus Wien.
	        

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