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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 227)

Das Museum, nunmehr also das Stadium der Vorbereitung und 
Anfangsentwickelung verlassend, soll somit jetzt in die Periode des eigent- 
lichen SchalTens, der effectiven Leistung, der vollen und vielfältigen lni- 
tiative treten. ln genauer Kenntniss dieser Sachlage hat daher auch das 
Curatorium nicht gesäumt, das von der Leitung des Instituts seinerzeit 
vorgelegte, den geänderten Verhältnissen des Museums und den Bedürf- 
nissen des Landes und des Publicums, insbesondere aber den Anforde- 
rungen der Gewerbetreibenden angepasste Actionsprogramm") gut zu 
heißen und dasselbe dem hohen Landtage in der letzten Session gele- 
gentlich des damaligen Gesuches bereits auch in Vorlage zu bringen. 
Ein großer Theil der Programmpunkte ist mittlerweile auch schon 
seiner Verwirklichung zugeführta) und hat dies Alles gewiss zu dem 
bedeutenden und höchst erfreulichen Aufschwungs des Museums in dieser 
Saison wesentlich beigetragen, doch konnten leider viele im lnteresse der 
heimischen Gewerbe dringend nöthige Actionen und so manche auf 
gewerblichem Gebiete einen besonderen Erfolg versprechenden Schritte 
Mangels an Mitteln bislang nicht zur Durchführung gelangen. 
So musste z. B. der technologische und technische Theil der Museal- 
Aufgabe bisher gänzlich unberücksichtigt bleiben; die nothwendige Er- 
richtung von diversen Hilfswerkstätten behufs Vervielfältigung und Repro- 
duction von Vorbildern und Objecten (durch Photographie, Gypsabguss, 
Galvanoplastik, Zeichnung etc.) konnte nicht durchgeführt werden; die 
Herausgabe einer Musealzeitung mit Vorlage- und Mustermappe musste 
leider bisher auch unterbleiben und doch haben die bisher in bescheidenster 
Form erschienenen und nur durch private Unterstützung ermöglichten, 
im Lande beliebten "Mittheilungen des mähr. Gewerbemuseumst- gezeigt, 
welch' großen Werth gerade ein solches unentgeltliches, im ganzen Lande 
verbreitetes (zweisprachiges) Mittel- und Bindeglied zwischen Museum, 
Publicum und Gewerbetreibenden für die Zwecke des Museums: Hebung 
und Belebung heimischer Gewerbe- und Kunstindustrie haben könnte und 
würde. Die zurAnregung dienenden Preisausschreibungen konnten nur durch 
private Mittel ') und nur in bescheidener Form zur Durchführung gelangen; 
die Aufmunterung des Gewerbefleißes durch Prämien und durch Ertheilung 
directer Aufträge zur Herstellung kunstgewerblicher Erzeugnisse, sowie 
die directen Einwirkungen behufs Belebung alter vergessenen oder behufs 
Schaffung neuer Techniken und Industrien, wie sich dies an anderen Orten 
als höchst ersprießlich erweist, endlich die Errichtung eines Raths- und 
Auskunftsbureaus für Gewerbetreibende, die Errichtung eines Zeichen- 
') Siehe wMittheilungen des mähr. Gewerbemuseumsu Nr. l. 
3) Siehe vMillheilungen des mähr. Gcwerbemuseums- Nr. 28 (Hnlbjahrsbcrichl 
der Direclion} 
') Graf Belcredi 150 8., Theodor Ritter v. Offermann 150 (1., Friedrich Wannieck 
x50 5., Slüger-Sposta 25 H.
	        

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