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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 227)

ateliers am Museum, und so viele andere weitere Aufgaben mussten, wie 
gesagt, wegen Abgang aller Mittel hieflir bis jetzt leider gänzlich unterbleiben. 
Ueberall durch die mangelnden Mittel eingeengt, konnte endlich auch 
der seitens der Direction pro i883[84. aufgestellte Uebergangsvoranschlag 5') 
per 23.650 fl. durch das Curatorium, so sehr dieses auch die Berechtigung 
und Nothwendigkeit des geforderten Minimalbudgets einsah, im Hinblick 
auf die beschränkten, dermalen verfügbaren Mittel nur mit (i. 1487272 
genehmigt werden, deren Bedeckung aber einzig und allein auchl nur 
durch den zufälligen Umstand möglich geworden war, als durch die Rück- 
vergütung des Baufonds etc. ausnahmsweise 3000 H. zur Verfügung 
standen. Durch solche Beengungen und Reducirungen muss aber noth- 
wendigerweise die Thätigkeit des Museums selbstverständlich vielfach lahm 
gelegt werden und daher das mähr. Museum gegen andere Museen 
von gleichem Umfange und gleicher Bedeutung bei aller Anstrengung 
und Arbeit doch wiederum vielfach zurückstehen und zurückbleiben. 
lst endlich auch irn mähr. Gewerbemuseum schon ein ansehn- 
licher Stock in den Sammlungen enthalten, so entbehrt doch die Muster- 
und Objectensammlung in den verschiedenen Gruppen zumeist noch eine 
systematische Vorführung entsprechender und mustergiltiger Vorbilder der 
verschiedenen Techniken, Kunst- und Stylperioden; ja einzelne Gewerbe- 
gruppen und Techniken etc. sind entweder sehr schwach oder leider noch 
gar nicht vertreten. 
Zudem lag die Leitung des Museums bisher in der Hand wohl 
tüchtiger, kunst- und sachverständiger Männer, die in opferwilliger, selbst- 
losester Weise aber nur ihre freie Zeit dem Museum widmen konnten. 
Die Nutzbarmachung der im Museum bisher angehäuften Schätze für die 
große Menge, die mübseligen Vorarbeiten und zeitraubenden Vorberei- 
tungen, die immer größere Inanspruchnahme des Museums seitens des 
Publicums und der Gewerbetreibenden, kurz die vielfachen, nunmehr auf- 
tretenden Aufgaben des Museums verlangen aber jetzt dringendst, dass 
sich dem Museum von nun ab eine wohlerfahrene und ausgezeichnete 
Kraft nicht mehr vorübergehend, sondern beständig und ausschließlich 
widme, sowie denn auch die Zahl und die Inanspruchnahme der Beamten 
und Diener eine immer größere wird. 
Es ist nach dem Vorsrehenden wohl nicht nöthig, des Weiteren zu 
begründen, welchen wohlthätigen und eingreifenden Einfluss, welche 
Bedeutung ein entsprechend ausgestattetes und geleitetes derlei Museum 
auf die Industrie und das Gewerbe unseres engeren Vaterlandes auszu- 
üben vermöchte. Häufig hört man, dass ja hiefür das Oesterr. Museum 
da seil Ist auch das Oesterr. Museum für Kunst und Industrie eine groß- 
artig eingerichtete und mustergiltige Centralstelle und geschieht auch 
seitens der Regierung und des Landes durch die Errichtung von Gewerbe- 
5) -Minhcilungen des mähr. Gewerbcmuseums- Nr. 8.
	        

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