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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 228)

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sowie alle Gegenstände und Werkzeuge, die irgend ein Interesse für die 
Schiffahrt bieten, umfassen, am 2. Mai 1885 eröffnet und deren Dauer 
wenigstens fünf Monate betragen wird. 
Das Programm umfasst die folgenden fünf großen Abtheilungen: 
Section I: Unterrichtswesen; freie Künste und Kunstgewerbe. Section II: 
Industrie. Section III: Seewesen und Handel; Fischerei und Fischzucht. 
Section IV: Elektricität. Section V: Acker- und Gartenbau. - Diese Ab- 
theilungen zerfallen wieder in Gruppen und Classen. 
Mit der Weltausstellung wird eine Ausstellung von Kunstwerken 
verbunden sein, zu welcher die Societe Royale d'Encouragement des 
Beaux-Arts die Künstler aller Länder einladen wird. 
(K. k. Faohsohulo in Heide.) Dem von dem k. k. Fachschuldirector Wilhelm 
V. Dokoupil erstatteten ersten Jahresberichte der k. k. Fachschule für Steinbearbeitung 
und Bildhauerei in Hol-ic (Böhmen) entnehmen wir Folgendes: 
Die Unterrichtsresultate sind trotz der kaum fünfmonatlichen Dauer des Schul- 
jahres (die Schule wurde am 3. Marz 1884 eröffnet) als günstige zu bezeichnen, indem 
von den '16 ordentlichen Fachschülern x3 für reif (darunter drei mit Auszeichnung) zum 
Aufsteigen in den zweiten Jahrgang befunden wurden und einer die Erlaubniss erhielt, 
nach den Ferien die Prüfung aus einem Gegenstande wiederholen zu dürfen. Doch auch 
bei jenen wenigen Schülern, welche das Classenziel nicht erreichten und in Folge dessen 
repetiren müssen. waren nicht Unfleiß, sondern die allzu kurze Dauer des Schuljahres 
und eine schwächere Beanlagung Ursache der ungenügenden Leistungen. - Die Ge- 
sammtsumme der im Schuljahre l883[84 pro 1884 verliehenen Stipendien betragt 505 H. 
Die von der nOblanska zälolna a piljeovnau in Horic creirten Stipendien (vier zu je 50 H.) 
werden erst vom Beginne des Schuljahres 1884185 an verliehen werden. - Der Unter- 
richt im Schuljahr 188485 beginnt am 16. September t884 und wird mit diesem Tage 
auch schon der zweite Jahrgang der Anstalt activirt. 
(Ausstellung von kirchlichen Gegenständen im Mehr. Gewerbemuseum.) 
Das Mahrische Gewerbemuseum in Brünn veranstaltet in der Zeit vom 1. October bis 
rg. December 1884 eine Ausstellung von kirchlichen Gegenständen, auf welcher in einem 
übersichtlichen Bilde all' Dasjenige vorgeführt werden soll, was in Mahren und den an- 
grenzenden Landern aus früherer Zeit an Gegenstanden kirchlicher Kunst auf uns über- 
kommen ist; es soll auch des Weiteren gezeigt werden, was heutzutage auf dem Gebiete 
kirchlicher Kunst geleistet wird. Bei dem localen und daher beschrankten Umfange dieser 
Ausstellung soll durch Abbildungen etc. ein generelles Bild der kirchlichen Kunst aller 
Jahrhunderte gegeben werden. Die geplante Ausstellung soll daher umfassen: 
l. Die gruppenweise Vorführung von Gegenständen kirchlicher Kunst und kirch- 
lichen Kunstgewerbes jeder Art, alter und neuer Zeit (in Original oder Copie). Il. Die 
Vorführung mehrerer lnterieurs kirchlichen Genres, somit vollständig stylgerecht durch- 
geführter und ausgestatteter kirchlicher Räume und nls Ergänzung der Gruppen l und ll 
III. nach Stylen und Kunstperioden geordnete Abbildungen (Zeichnungen, Photographien, 
Farbendrucke etc. etc.) von ganzen Kirchen und deren innerem, sowie von Gegenständen 
zur Ausschmückung und Ausstattung von Kirchen überhaupt. IV. Ausstellung von Publi- 
cationen jedweder Art über kirchliche Kunst und Kunstindustrie, Archäologie etc. Mit 
dieser Ausstellung soll weiters die Abhaltung einer Reihe von Vortragen über kirchliche 
Kunst verbunden sein. 
Um die Ausstellung von bleibendem Nutzen zu gestalten, sollen, soweit es die 
Mittel erlauben, neben einem zweckmäßig durchgeführten Kataloge Vervielfältigungen 
(Aufnahmen, Copien etc.) der mustergiltigsten alten Objecte vorgenommen werden, sofern 
nicht etwa diesbezügliche Verbote vorliegen. Ebenso soll eine Veröffentlichung der ab- 
gehaltenen Vortrage statthaben. Wenn thunlich, wird eine Lotterie mit der Ausstellung 
verbunden werden und auf diese Weise nicht nur im erhöhten Maße der Ankauf muster- 
giltiger Objecte ermöglicht, sondern werden kirchlichen Gemeinden dadurch auch ent- 
sprechende, stylgerechte Objecte auf die wohlfeilste Weise zugeführt. Schließlich wird 
die Gründung eines Vereincs für kirchliche Kunst in Mähren oder der Diocesen angestrebt. 
Neben den auszustellenden Objecten vergangener Jahrhunderte sollen also auch 
die Erzeugnisse und Leistungen der Neuzeit, wie selbe überhaupt mit der kirchlichen 
Kunst im Großen und Ganzen im Zusammenhange stehen, zur Ausstellung gelangen und 
daher einzelne hervorragende Firmen und Kunstcentren, wie Wien, Köln, München, 
Hannover, Berlin etc. herangezogen werden. Die Zusendung der Objecte soll wegen der 
vielfachen Vorarbeiten in der Zeit von Ende August bis spätestens zo. September l. J. 
erfolgen.
	        

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