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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 228)

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da alle Hände voll zu thun. Ein unabsehbares Materiale von Formen ist 
zu ordnen, Typen zu wählen und zu zeichnen, Constructionen zu erfinden, 
Regeln abzuleiten, Daten über technische Herstellung zu sammeln; kurz 
zu "schaffen gibt es noch in Hülle, und wenn nicht Viele helfen, wird dqe 
Werk überhaupt nicht gelingen. 
Die culturhistorische Ausstellung in Steyr. 
Von Franz Wickhoff. 
Während der Monate August und September dieses Jahres findet in 
der alten Eisenstadt Steyr eine Elektrische Ausstellung statt. Es wird dort 
auf einem wie selten begünstigten Terrain die Ausnützung der Kraft des 
fiießenden Wassers für elektrische Zwecke in den mannigfaltigsten Bei- 
spielen zur Anschauung gebracht. Sache der Fachmänner wird es sein, 
das Belehrende und den praktischen Werth dieser Versuche zu be- 
leuchten. Uns kommt es zunächst zu, auf die damit verbundene cultur- 
historische Ausstellung hinzuweisen, die weit über einen gelegentlichen 
Schmuck der Hauptexposition hinausgeht, und, an sich selbst wieder zu 
einer Hauptsache geworden, jeden Kunstfreund zu einem Besuche der 
freundlichen und durch mannigfache interessante Baudenkmale ausgezeich- 
neten Stndt einladet. 
Mit selbstlosem Bemühen und großem Geschicke wurde von den 
Herren Gustav Ritzinger, Fachvorstand an der Fachschule für Eisen- 
industrie in Steyr, und Dr. Widdmann, Professor an der dortigen Ober- 
realschule, eine Fülle von Obiecten zusammengebracht, Gemälde, Möbel, 
Eisenarbeiten, Gewand und Schmuck für kirchlichen und weltlichen Ge- 
brauch, Geräthe aller Art, wie sie auch sonst auf ähnlichen Ausstellungen 
erscheinen, die sich aber hier doch unter einem neuen Gesichtspunkte 
darstellen. Es ist nämlich darauf gesehen worden, nur Gegenstände aus dem 
öffentlichen Besitze der Ausstellungsstadt selbst und der umliegenden Orte 
zu wählen, aus den naheliegenden Klöstern und Kirchen, dem alten Haus- 
besitze und den Privatsammlungen, die, am Orte selbst entstanden, wieder 
den Hausrath heimischer Patrizierhäuser repräsentiren. Dieser eigens 
thümlich geschlossene Charakter ist es, welcher der Ausstellung ihr 
Gepräge gibt. Es werden die Kunsterzengnisse und der} Kunstbesitz 
einer blühenden Stadt von den Zeiten des späten Mittelalters bis zu 
dem Beginne des Jahrhundertes, wo sich der alte Gewerbelleiß allmälig 
verlor, vorgeführt. 
Wenn von einem aufmerksamen Beobachtef) in einem der Tages- 
iournale bemerkt wurde, dass die für Steyr unheilvolle Zeit der Gegen- 
reformation auch an der Serie der Kunstwerke zu bemerken sei, indem 
') Hans Grasberger ir. der lDeutschen Zeitungw.
	        

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