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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 229)

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Man beg�nstige die Errichtung kleiner Werkst�tten; diese sind die Ptianzschule der 
Arbeiter, wo dieselben ihr Handwerk oder ihren Beruf am besten kennen lernen. Die 
deutschen Fabrikanten, meint dieser Bericht, sind auch t�chtiger als die franz�sischen, 
sie sind �ber die vollkommensten Verfahren unterrichtet und auf dem Laufenden �ber 
alle Fortschritte in ihrer Branche. Kohlen und Maschinen kosten in Deutschland weniger 
und die Steuern sind niedriger als in Frankreich. Man hat lange Zeit geglaubt, die 
Deutschen seien mit ihren lndustrieerzeugnissen nur die Copisten fremder L�nder; das 
ist total unrichtig, sie wissen Muster zu erfinden, die dem jeweiligen Geschmack und 
der herrschenden Mode vollkommen entsprechen, und sie beweisen uns dies mehr, als 
es uns lieb ist. Der genannte Pr�sident emphehlt ferner in seinem Bericht die unbedingt 
nothige Herabsetzung des Arbeitslohnes, die er eine unerbittliche Nothwendigkeit nennt. 
(B. B�rs-Ztg.) 
(Bnohbindersohuie in Gotha.) Der Buchbindermeister Paul Cru cige in 
Gotha errichtet eine wErste deutsche Buchbinderschulel mit folgendem Lehrprogramm: 
l. Technik des Bucheinbandes, theoretisch und praktisch; 2. das Handvergolden f�r 
Rncken- uud Deckel-Decoration; 3. die Technik des feinen Bucbschnittes; 4. das Leder- 
auslegen; 5. die venetianische Ledertechnik. Das Fachzeichnen zerfallt in Styllehre, Flach- 
ornament und Zeichnen auf Leder. Das Honorar f�r den 2'], Monate umfassenden Curs 
betragt 4.5 Mark. 
(Ein Brunnen f�r N�rnberg.) lm bayrischen Gewerbemuseum sind zwei Modell- 
skizzen zu einem Kunstbrunnen f�r N�rnberg als Abschluss und Kr�nung der neuen 
Wasserleitung ausgestellt, Sie sind erfunden und modeliirt von H. Schwabe, Professor 
f�r Plastik an der konigl. Kunstgewerbeschule. Die Gesammth�he des aufzufuhrenden 
Brunnens betragt bei beiden Modellen ca. 30 Fu�. Die sitzenden Figuren sind �ber- 
lebensgro� gedacht, das Becken von polirtem, rothlichem Marmor; der architektonische 
Aufbau, sowie der figurliche Theil k�me in echter Bronze zur Ausf�hrung, das Gitter 
von Schmiedeeisen oder Bronze. Die Figuren auf dem Rande des Beckens stellen dar: 
den nHandeh, die -Kunstc, die i-Wissenschaft: und nGewerbe-lndustrieu (am gro�en 
Modell sind die Figuren stehend gedacht); die kleinen Kinderliguren (die guten Eigen- 
schaften der Stadt N�rnberg) reprasentiren den nFlei�u. An den Sockeln der betreffenden 
Statuen waren lorbeerumrahmte Tafeln anzubringen und auf ihnen die Namen derjenigen 
Manner einzugraben, die sich auf dem betreEenden Felde ein hervorragendes Verdienst 
um N�rnberg errungen haben. Die Aufstellung h�tte im Herzen der Stadt zu geschehen, 
am besten am Marktplatz nach Niederlegung der Kramladen. Der Verfertiger wurde die 
Ausf�hrung inclus. der Kosten f�r den Erzguss und die Aufstellung, ohne Bassin, um den 
Preis von 75.000 Mk. �bernehmen. (Kunst und Gewerbe.) 
(Preisausaohreibungen) Der n. o. Gewerbeverein hat f�r das Jahr t884[85 
folgende Preise ausgeschrieben: t. Silberne oder bronzene Medaillen f�r Verbesserungen 
und Neueinfuhrun von lndustriezweigen; 2. silberne Medaillen an verdiente Werkf�hrer 
und Altgesellen; . Bronze-Medaillen an verdiente Arbeiter und Arbeiterinnen; 4. Geld- 
preise aus der Peterle-Stiftung. Zur Bewerbung um diese Geldpreise wird man auf Grund 
eines ieglichen gewerblichen Erzeugnisses, welches die Geschicklichkeit des betreGenden 
Arbeiters zu documentiren geeignet ist, zugelassen. 5. Stipendien aus der Concursaus- 
schreibung f�r gewerbebeliissene S�hne von unbemittelten Wiener Gemeinde-Angeh�rigen. 
Die n�heren Bedingungen �ber diese Preisausschreibungen k�nnen in der Vereinskanzlei 
jederzeit eingeholt werden. 
� 
Im Verlage des Museums erschien der 
KATALOG 
der 
Bibliothek des k. k. Oesterr. Museums f�r Kunst und Industrie. 
XVI und 58x Seiten 8" mit zwei Registern. 
Das Werk ist vom Museum um den Preis von 3 G. zu beziehen. 
Selbstverlag du k. k. Oesterr. Mnwumx f�r Kunst und Industrie. 
Bunhllruckenl w. cm ammu Sohn u. Wien.
	        

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