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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 234)

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Es ist dies ein treflliches Beispiel dafür, wie leicht es ist, das 
schöne Ansehen einer Metalloberfläche zu erhalten, wenn man durch 
Reinlichkeit den schädlichen Einfluss des Staubes und Schmutzes fern- 
hält, und die Zukunft wird beweisen, dass die Patinabildung dadurch 
zwar vielleicht verlangsamt, aber gewiss nicht in nachtheiligern Sinne 
beeinflusst wird. 
Betrachten wir die Natur der Verunreinigungen, also diejenigen 
Stoffe, die das bilden, was man als nSchmutzq bezeichnet, so könnte 
zunächst die Frage aufgeworfen werden, warum Dinge, die man nicht 
reinigt, überhaupt schmutzig werden, und zwar selbst dann, wenn sie 
sich in dem abgeschlossenen Raume einer Stube befinden. Die Gegenwart 
evon in der Luft überall suspendirten Theilen fester Stoffe (Staub) gibt 
auf diese Frage wohl eine Antwort, welche jedoch die Sache nur zum 
Theile erklärt. 
Staub ist zwar so allgemein in der Luft verbreitet, dass es äußerst 
schwierig ist und nur durch ganz besondere Processe, wie z. B. durch 
Glühhitze, gelingt, eine wirklich staubfreie Atmosphäre herzustellen, 
allein warum haftet der Staub an gewissen Obiecten fest und warurn 
lässt er sich nicht wieder vollständig wegfegen oder vielleicht sogar 
wegblasen? 
Dies hängt einerseits mit der Natur des Staubes zusammen, wird 
aber auch durch andere Umstände bedingt. 
Die Natur des Staubes ist an verschiedenen Orten und zu ver- 
schiedenen Zeiten variabel; auch an ein und demselben Orte kann zwi- 
schen Straßenstaub und Staub innerhalb der Wohnräume ein großer 
Unterschied herrschen. 
So fand Dr. Emmerich im Staube, den er von den Büchern in 
einem Auctionslocale Leipzigs gesammelt hatte, 51 'z Proc. von organischen 
Stoffen, die 3Proc. Stickstofl" enthielten und gleichzeitig fand er irn Straßen- 
staube, der in nächster Nähe dieses Ortes gesammelt war, nur 7'9 Proc. 
von tProc. Stickstoff haltenden organischen Körpern. 
Der erstgenannte Staub besitzt daher eine weit größere Menge von 
zersetzlichen oder fäulnissfähigen Stoffen, welche durch ihre chemische 
Veränderung die Bildung klebriger Körper bedingen können, die dann 
die Ursache des Festhaftens weiterer Staubrnengen, also der Entstehung 
von Schmutzschichten sind. 
Aber auch abgesehen davon, muss bemerkt werden, dass in der 
Luft, namentlich in geschlossenen Räumen, oft flüchtige, sogar wirklich 
gasförmige (dampfförmige) organische Körper vorhanden sind, die sich 
theils durch Flächenanziehung, theils mit der Feuchtigkeit auf den ver- 
schiedenen Objecten condensiren und das spätere Anhaften von Staub 
veranlassen können. 
Auf diese Weise kann sich eine dünne Schicht bilden, die zum 
Herd für Zersetzungsprocesse wird, welche den sogenannten ndumpfenu
	        

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