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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 235)

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Metall der Objecte selbst den Excipienten für das Email. Diese vor 
einem Vierteljahrhundert in Europa noch zu den größten Seltenheiten 
zählenden, heute allhekannten Objecte sind zumeist Vasen, Tassen, 
Platten u. s. w. von oft riesigen Dimensionen, deren Oberflächen voll- 
ständig mit dem Zellenemail bedeckt sind, so dass mit Ausnahme der 
äußersten Ränder nichts mehr von der metallenen Unterlage zu sehen 
bleibt. Haben die Byzantiner vorzugsweise plane oder leicht convexe 
Platten emaillirt, so versteht der Ostasiate auch concave und doppelt 
gekrümmte Flächen mit den Cloisons zu bedecken und die Schwierig- 
keiten, welche das Schleifen solcher Flächen bietet, vortrefflich zu liber- 
winden. Die Chinesen und Japaner stellen diese Gegenstände aus Kupfer 
her, auch die Cloisons sind aus i'5-2'5 Millimeter breiten dünnen 
Kupferstreifchen angefertigt. Alles, was nach dem Schleifen und Poliren 
der Emaillen vom Metall zu Tage tritt, wird im Feuer vergoldet. 
Die in Europa speciell in England auf den Markt gebrachten ost- 
alsiatischen Emaillen zeigen häufig eine spiegelnde Glätte der Oberfläche, 
deren scharf begrenzte Glanzlichter die gleich einem textilen Muster das 
Object umspinnenden Ornamente unangenehm durchschneiden. Dieser Glanz 
ist nie genuin. Einem angeblichen Bedürfniss des europäischen Marktes 
Rechnung zu tragen, werden diese Emaillen erst in England geglänzt, 
indem man sie entweder bis zur Spiegelglätte nachpolirt oder durch einen 
nachträglichen Brand im Emailofen die Oberfläche zum Erweichen und 
Glänzendwerden bringt. In beiden Fällen wird ein Nachvergolden der 
durch solche Proceduren unscheinbar gewordenen Cloisons nöthig gemacht, 
welch' letztere dann in der Regel ungebührlich gleißend erscheinen. 
(Schluss folgt.) 
Ueber Reinigung der Monumente. 
Vertrag, 
gehalten im k. k. Oesterr. Museum für Kunst und Industrie in Wien um 14. Jänner 1885 
von Prof. Dr. A. Bauer. 
(Schluss.) 
Ein näheres Studium dieser Angelegenheit wurde zum Gegenstande 
einer eingehenden Studie in meinem Laboratorium gemacht, mit welchem 
sich Herr C. Hassack gegenwärtig beschäftigt. Was übrigens die schwarze 
Kruste betriBt, welche oft in ziemlich erheblicher Menge die Erzoberlläche 
von Monuinenten bedeckt, so ist bekannt, dass auch diese kohlenstoff- 
hältige Beimengungen enthält. Brühl fand dieselbe hauptsächlich aus 
Kupferoxyd, Staub und Russ bestehend, und R. Weber überzeugte sich, 
dass diese Kruste eine gewisse Menge eines in Salpeter-Salzsäure nicht
	        

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