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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 235)

Diese Methode beruht darauf, das Silber und Mangan der Flecken 
zuerst durch Anwendung von Schwefelammonium in Schwefelsilber und 
Schwefelmangan überzuführen und diese Verbindung hieraufin Cyankalium ' 
zu lösen und so zu entfernen. 
Der diesbezügliche Theil des Berichtes der oben genannten Herren 
lautet wie folgt: 
nNachdem wir im Laboratorium unter Anwendung der besprochenen 
Methode so günstige Erfolge errungen hatten, nahmen wir Dienstag den 
20. November unsere Thätigkeit am Monumente, welches man unterdessen 
mit einer heizbaren Bretterhülle umgeben hatte, wieder auf und erprobten 
die Wirksamkeit unserer Methode zunächst an zwei auf der Hand befind- 
lichen Flecken, welche sich durch ihre Größe und intensive Schwarz- 
färbung auszeichneten. Auf diese Flecken wurde eine Paste aus 
gemahlenem Porzellanthon, welche mit Schwefelammonium getränkt war, 
gesetzt, dieselbe nach 24. Stunden erneuert und abermals einen Tag liegen 
gelassen. Nachdem hierauf die Schwefelammoniumpaste entfernt und die 
Flecken mit Wasser gewaschen worden waren, wurde eine mit concen- 
trirter Cyankaliumlösung angeriebene Paste aufgedrückt. Als letztere nach 
vier Stunden abgenommen wurde, hatten die Flecken bereits sehr an 
Intensität verloren; nach erneuter Behandlung mit einer Cyankaliumpaste 
ließen sich am folgenden Tage auch nicht die geringsten 
Spuren von einem Flecken auffinden. Der Erfolg unserer Methode 
entsprach also vollkommen den Hoffnungen, die wir an sie geknüpft 
hatten. Sämmtliche Flecken an der Marmorstatue mit Ausnahme der- 
jenigen im Gesicht wurden jetzt an einem Tage auf die obige Weise in 
Behandlung genommen: Mittwoch den 28. November waren sie ohne 
Ausnahme vollständig verschwunden. Die Flecken am Stuhle und Marmor- 
sockel entfernten wir in gleicher Weise, wobei es nur auffällig war, dass 
einige derselben, besonders ein sehr langgestreckter Streifen am Stuhle, 
sich ausserordentlich hartnäckig zeigten und erst nach öfters wiederholter 
Behandlung mit Schwefelamrnonium und Cyankalium vollkommen ver- 
schwanden. Eine Erklärung dieser Erscheinung ist wohl in der Beschaffen- 
heit oder der Bearbeitung des Marmors an den betretfenden Stellen 
zu suchen. 
Donnerstag den 29. November begannen wir die Arbeit am Gesichts, 
wurden aber empfindlich durch die plötzlich eintretende starke Kälte 
gestört, so dass wir erst Donnerstag den 13. December an's Ziel kamen. 
An diesem Tage zeigte sich die Statue nach Abnahme der 
Pasten in ihrer ursprünglichen Reinheit und Schönheit. 
Die Behandlung und Entfernung der Flecken am Granitsockel war 
verhältnissmäßig einfach. Wir deckten dieselben wiederholt mit einer 
Cyankaliumpaste und fanden sie schon nach zwei Tagen völlig ver- 
schwundenm
	        

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