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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 235)

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zuges zu beobachten, sondern es tritt uns eine rauhe, missfärbige, zum 
Theile mulmige Kruste entgegen, welche überhaupt nur selten die Bil- 
dung einer wahren Patina veranlasst. 
Da jedoch eine Reinigung der Oberfläche unter den obwaltenden 
Umständen einer allfälligen Patinabildung nur förderlich sein kann und 
überdies, schon der Schmutzilecken wegen, geboten ist, so wurde be- 
schlossen, das ganze Monument einem Reinigen durch Abwaschen mit 
Seife und Abreiben mit öligen und schließlich mit ganz trockenen 
Flanellllecken zu unterziehen, wobei bemerkt werden muss, dass unter 
allen Umständen ein Aufbringen von Oel selbst (oder ein Haftenbleiben von 
Oel) als ausgeschlossen zu gelten hat. , 
-Die Durchführung der ganzen Reinigungsarbeit wurde den be- 
währten Händen des Herrn Alexander Schroth, Gypsforrnator des k. k. 
Oesterr. Museums, anvertraut. 
Um jedoch möglicherweise ein Urtheil darüber zu gewinnen, wie 
sich das Aussehen des Monumentes gestaltet hätte, wenn man dasselbe 
vom Tage seiner Aufstellung an sorgfältig rein gehalten hätte, wurde 
an einer von unten nicht sichtbaren Stelle (horizontale Fußplatte) eine 
Fläche im Ausmaße von einigen Quadratcentimetern blank gelegt, was 
durch Waschen mit einer verdünnten Lösung von kohlensaurem Ammoniak 
im Laufe einer guten halben Stunde vollkommen gelang. 
Diese Stelle soll von nun au ebenso behandelt werden, wie der 
übrige Theil des Monumentes, und vielleicht dürften sich auf diese 
Weise Anhaltspunkte gewinnen lassen, um zu entscheiden, ob im vor- 
liegenden Halle eine stete Reinigung einen günstigen Einfluss auf den 
Verlauf der Patinabildung genommen hättea 
Möge es gelingen, die begonnenen Versuche fortzu- 
setzen; an deren schließlichem Erfolge, der in einem bes- 
seren Ansehen unserer zum Theilc in störender Weise mit 
Staub und Schmutzschichten bedeckten Monumente bestehen 
wird, kann wohl nicht gezweifelt werden. 
Thätigkeits- Bericht 
der Chemisch-technischen Versuchsanstalt des k. k. Oesterr. Museums 
für das Jahr 1884. 
Die lnanspruchnah me der Anstalt von Seite der Industrie mit Auf- 
trägen chemisch-technischer und analytischer Natur findet ihren Ausdruck 
in den nachstehend angegebenen Einnahmen der Anstalt sub Einnahms- 
post 4. ausgewiesenen Taxantheilen. Dieselben resultiren aus Analyse von 
Metalllegirungen. Cement- und Thonproben, Versuchen zur Färbung von 
Celluloidmasse, Patinirung von Zink, Herstellung von Steingutmassen und 
Glasuren, Präparation von Edelmetallen für keramische Zwecke. - An
	        

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