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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 236)

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Seine Excellenz Graf Edmund Zichy hat an die Witwe 
R. v. Eitelbergefs Namens des Curatoriums des Oesterr. Museums 
folgendes Beileidsschreiben gerichtet: 
"Hochverehrte Frau! 
Unter den zahllosen Leidtragenden, welche sich aus allen 
Kreisen der Gesellschaft, aus allen Schichten der Bevölkerung 
um die letzte Ruhestätte Rudolf v. Eitelbergefs drängten, um 
demselben noch einmal den Zoll der Verehrung und Dankbarkeit 
zu entrichten, glaubten die Mitglieder des Curatoriums des Mu- 
seums sich mit in die erste Reihe stellen zu dürfen, weil ihnen 
wieWenigen Gelegenheit geboten war, den Werth desEntschlafenen 
in vollem Maße zu würdigen. Denn wenn nach Außen hin sein 
rastloses, dem Besten unseres Vaterlandes geweihtes Streben vor- 
nehmlich in den Früchten seines Wirkens zur glänzenden Er- 
scheinung kam, war es den Unterzeichneten durch lange Jahre 
vergönnt, ihn an der Arbeit zu beobachten, seine selbstlose Hin- 
gebung an die Sache immer auf's Neue zu bewundern. So fühlen 
sie sich auch berechtigt und verpflichtet, Ihnen, hochverehrte 
Frau, auszusprechen, wie herzlich sie theilnehmen an Ihrer Trauer, 
wie tief sie Ihren herben Verlust mitemplinden, wie treulich sie 
sein Andenken in Ehren halten werden. Zichydt 
Die Beamten des Museums und der Lehrkörper der Kunst- 
gewerbeschule überreichten der Witwe des Verblichenen nach- 
folgende Beileidsadresse: 
"Verehrteste Frau I-Iofräthin! 
Obwohl die Ereignisse dieser traurigen und für Sie in 
anderer Weise wieder erhebenden Tage Ihnen wohl gezeigt haben 
werden, welche herzliche und aufrichtige Theilnahme der Tod 
Ihres allverehrten Gemahls auch bei uns, den Angehörigen des 
Museums und der Kunstgewerbeschule gefunden hat, so wollen 
wir es doch nicht unterlassen, Sie noch besonders und ausdrück- 
lich des Antheils zu versichern, den wir an Ihrem großen Ver- 
luste nehmen, des Schmerzes, von dem wir Alle mit Ihnen ergriffen 
sind. Und wer wäre mehr berechtigt dazu als wir, die wir diese 
langen Jahre hindurch mit ihm gearbeitet und gestrebt haben, 
die wir uns seiner glücklichen Führung erfreuten und zugleich 
in allen unseren eigenen und persönlichen Lagen seines theil- 
nehmenden Herzens, seiner Hilfe und Förderung versichert waren. 
Sein Andenken lebt in uns Allen fort bis zum Tode.
	        

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