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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 236)

Ein Theil der Trauergäste begab sich in den im zweiten 
Stocke befindlichen Saal, in welchem die Leiche des Verblichenen 
aufgebahrt lag. Das ganze Gemach, der Fußboden, die Wände 
bis zur Decke waren mit Kränzen behangen. Es waren deren 
rrb am Sarge niedergelegt worden, in welchem die Leiche Eitel- 
bergefs in schwarzer Kleidung mit fast unveränderten Zügen lag. 
Das Curatorinm, die Beamten des Museums und der Lehr- 
körper der Kunstgewerbeschule hatten sich im ersten Stocke ver- 
sammelt, um sich von dort aus dem Leichenzuge anzuschließen. 
Wenige Minuten vor 3'], Uhr wurde das Zeichen zum 
Beginne der Trauerfeier gegeben und der Sarg geschlossen. 
Unterdessen hatten sich die Schüler der Kunstgewerbeschule 
rechts und links vom Haupteingange, die Deputationen und 
Freunde im Säulenhofe rechts vorn Eingange und die Künstler- 
genossenschaft mit dem Vorstande Schaefler an der Spitze im 
Säulenhofe links vom Eingan ge postirt. 
Präcise 3'], Uhr wurde der Sarg gehoben und über die 
Schulstiege hinab zu den oberen Arcaden getragen. Die Hinter- 
bliebenen, das Curatorium des Museums, Dienstkämmerer Ritt- 
meister Baron Globig folgten dem Sarge, vor demselben und 
unmittelbar hinter demselben schritten je zwei städtische Diener 
und sechs Bedienstete der Entreprise. In den oberen Arcaden 
schlossen sich der Lehrkörper und die Beamten des Museums 
dem Zuge an und folgten der Leiche hinab bis in die Mitte des 
Säulenhofes. Hier wurde der Sarg niedergesetzt und Regierungs- 
rath Ritter von Engerth sprach folgende Abschiedsworte im 
Namen des Curatoriums: 
"Das Curatorium des Oesterr. Museums hat mich an diese 
Stelle, an diesen Sarg gestellt. um dem verblichenen Freunde 
Worte des Dankes und der Liebe nachzurufen. Ich werde nicht 
erzählen, was Alle wissen, was Alle sagen, dass dieses Institut 
eine Pflanzstätte geworden ist für einen der edelsten Zwecke des 
menschlichen Wirkens auf dem Felde der Arbeit, dass dieses 
Institut in der ganzen Welt bekannt geworden ist, und dass man 
überall von demselben mit Achtung und Auszeichnung spricht. 
Aber ich kann es nicht verschweigen, dass Du, Eitelberger, der 
intellectuelle Schöpfer dieses Werkes bist, dass Du Deine ganze 
Lebenskraft daran gesetzt hast, es tüchtig zu machen und für 
lange Dauer festzustellen. Ja selbst dann, als Deine physische 
Kraft im Sinken war, als sie nicht mehr nachkommen konnte 
dem geistigen Drucke, selbst dann warst du bestrebt, zu bessern
	        

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