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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 237)

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tragende auf die mit solchen lnstallirungen noch weiters verknüpften Kosten und dagegen 
erwachsenden Vortheile für die Erzeugung hin. 
An der Hand eines Beispieles beweist derselbe ferner, dass hinsichtlich der Er- 
haltungskosten sich selbst durch complicirte Verbesserungen nicht viel erreichen lässt 
undglaubt, dass billigere Herstellung und insbesondere exactere Ausführung, an der es 
so häufig mangle, anzustreben sind. 
Kraftvermiethung im großen Style, wie solche öfteremale angestrebt wurde, sei 
nicht der richtige Weg, dem Kleingewerbetreibenden Elementarkruft für seinen Betrieb 
zu sichern, führe zu massenhaften Unzukömmlichkeiten und schaffe kein selbständiges 
Kleingewerbe, sondern nur eine Reihe problematischer Existenzen. 
Zum Schlüsse bemerkt der Vortragende, dass er von diesem wichtigen, die gewerb- 
lichen lnteressen so tief berührenden Gegenstande wohl nur eine flüchtige Skizze ent- 
werfen konnte, von welcher er wünsche, dass sie ein weniges dazu beigetragen habe, 
die große Bedeutung des Elementarhetriebes für das Kleingewerbe zu beleuchten, welches 
durch die Verwendung technischer Hilfsmittel nur einer wirthschaftlichen Bedingung 
unserer Zeit folgt, die unaufhaltsam die Handarbeit in den Rahmen der Hausindustrie dringt. 
Nachdem aber selbst die ingenibseste Maschine nicht menschlicher Intelligenz ent- 
behren kann. sondern solche in höherem Grade fordert, so erwächst dem Kleingewerbe 
durch Anwendung der Maschinen auch gleichzeitig die Pßicht, nach entsprechender Fach- 
bildung zu streben. _ 
Durch ein großartiges Netz von gewerblichen Fachschulen aller Art sei dies heute 
Jedermann möglich, und es möge daher von den Betheiligten rechtzeitig erkannt und 
gewürdigt werden, dass gewerbliche Fachbildung der bahribrechendste Motor für das 
Kleingewerbe ist! . 
Literaturbericht. 
uDie Elemente der Gefäßbildnerei mit besonderer Berücksichtigung der 
Keramiknt Zwölf Tafeln mit begleitendem Text. Eine Zusammenstellung 
der Grundformen der Gefäße und ihrer einzelnen Theile in systematisch 
geordneten Vorlagen mit über 200 Abbildungen von Gefäßen und 
Gefäßtheilen; zum Gebrauch in keramischen Fabriken, Fachschulen, 
Kunstgewerbeschulen u. s. w. bearbeitet und mit Unterstützung des 
wVerbandes keramischer Gewerke in Deutschland: herausgegeben von 
Leopold Gmelin, Professor an der königl. Kunstgewerbeschule zu 
München. München, Franz Moises, 1885. 
Der hastige Eifer, mit welchem der Buchhandel sich seit einigen Jahren auf die 
Publication kunstindustrieller Vorlagenwerke geworfen, hat schon bei so Manchem, der 
mit verständigern Ernst die Interessen des Kunstgewerbes zu fördern sucht, schwere 
Bedenken hervorgerufen. Die Fülle der Beispiele, die von Seite der Industriellen geistig 
nicht mehr zu hewältigende Masse von sogenannten Musterblättern musste in Kürze ver- 
wirrend statt belehrend wirken und hat in der That schon eine gefährliche Uebersat- 
tigung herbeigeführt. Mit um so größerer Befriedigung begrüßen wir daher ein XVerk, 
das mit jener Sachkenntniss und Gewissenhaftigkeit gearbeitet ist, welche nur nach 
mehrjähriger Beschäftigung mit dem Gegenstande erreicht werden kann. 
Es liegt im Wesen der Aufgabe, welche sich der Verfasser gestellt, dass iene 
grundlegenden Ideen, welche Semper im fünften Hauptstück seines Werkes -Der Styln 
entwickelt, den Ausgangspunkt und die Richtschnur für die Anordnung des Stoßes wie 
für den gesammten Gedankengang gebildet haben. So bringt denn der Verfasser auf dem 
ersten Blatte einfache Gefaßformen mit geradlinigen, ausgebauchtern und eingezogenem 
Contour. Auf Blatt 2 und 3 werden zusammengesetzte Gefaßformen vorgeführt, welche 
nach den in denselben vorherrschenden Grundformen gruppirt sind; für diesen reich- 
haltigen StoE hatte aber noch ausgedehnteres Anschauungsmaterial herbeigezogen werden 
dürfen, obgleich es sich zum Theil aus den folgenden Tafeln ergänzen lasst. Voll- 
kommen ausreichend sind dagegen die Blltter, welche F ui], Hals, Gefaßmundungen, Gefäß- 
deckel und Henkel behandeln, nur wlre eine strengere Auswahl bezüglich der modernen 
Porzellangefaße wünschenswerth gewesen. . 
Ferner ist auf die für unsere Kunstindustrie ebenso wichtigen als an und für sich 
reizvollen Formen ostasiatischer Gefäße zu wenig Rücksicht genommen. Bedauerlich sind 
endlich eine Reihe von Druckfehlern auf den Tafeln sowohl wie im Textbuche. Letzteres
	        

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