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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 239)

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goldigglänzende Patina mit reinstem . Spiegelglanze erhalten) hat. Von 
diesem Gesichtspunkte aus, inBezug, auf die Patina, sind die antiken 
Metallspiegel noch lange nicht genug von unserer modernenBronze- 
Industrie gewürdigt worden. Sie könnte mancherlei aus der- Behand- 
lung derselben lernen. Ein sehr lehrreicher Umstand -- wie wir bei- 
läufig bei dieser Gelegenheit zum Nutzen unserer, Graveure bemerken 
wollen - ist auch der, dass die vertieften Zeichnungen auf diesen 
Spiegeln nicht gravirt, sondern mit dem Rädchen des Glasschleifers und 
Steinschneiders eingegraben sind, ein Verfahren, welches die Arbeit 
ungemein beschleunigt und erleichtert. Diese Entdeckung gebührt dem 
Gewerbemuseum in Nürnberg. 
Das lAlles sind nur Andeutungen, die kaum eine Vorstellung geben 
von dem verschiedenartigen lnteresse, welches diese Antikensamlmlung 
bietet. Wir hätten noch Vieles zu erwähnen, z. B. jene langgestreckten, 
unten zugespitzten thönernen Vorrathsgefäße, Amphoren nach ihrer Form, 
vielchen für das Laienauge der Umstand ein besonderes Interesse ver- 
leiht, dass sie, ein paar tausend Jahre im Meerwasser gelegen, mit 
Korallenbildungen überzogen sind und sogar Schwämme angesetzt haben. 
(Alleiniwir wollen nicht im Detail schildern, sondern nur andeuten und 
die Aufmerksamkeit erwecken. ' 
Eine gleiche Fülle der Gegenstände wie die Antiken zeigt die zweite 
Abtheilung, die der orientalisch-saracenischen Gegenstände, alle so 
ziemlich aus denselben Gegenden, von den griechischen Inseln und aus 
Klein-Asien stammend. Wir haben oben schon gesagt, dass diese zweite, die 
mohammedanische Cultur, welche sich über die erste, die antike, gelagert, 
mit dieser in einem ausgesprochenen Gegensatze sich befindet, Der 
lGegensatz besteht darin, dass bei den antiken Gegenständen die Form 
und ihre Durchbildung das erste künstlerische Element ist, bei den 
saracenischen aber der decorative Schein. Daher interessirt in der 
griechischen Kunst jedes einzelne Stück, weil jedes den Stempel schöner 
Form und beabsichtigter Vollendung trägt, während in der mohamme' 
danischen Kunst bei oftmals nachlässiger oder roher Ausführung die 
Gesammthaltung und die Zusammenstellung wirkt. 
Das gilt zum Beispiele gleich von einem der schönsten Kunst- 
zweige Klein-Asiens und Persiens, der hier in seltenem Reichthume ver- 
treten ist, von den sogenannten rhodischen Fayencen. Das Märchen ihrer 
alleinigen Herkunft von der Insel Rhodos, das uns immer mehr als 
zweifelhaft vorgekommen, hat neulich Professor Karabacekin der 
Zeitschrift des orientalischen Museums gründlich zerstört. So-viele ihrer 
auch in. Rhodos selber gefunden und vorhanden sein mögen, so haben 
sie doch verschiedene Fabrikstätten, von Persien her bis zu den Dar- 
danellen. 
Diese Fayencen nun, verglichen mit unserem oder dem ostasiatischen 
Porzellan, sind durchweg von einer gewissen Rohheit in der Ausführung,
	        

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