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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 239)

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Behänge u. s. w. zu tragen. Auch von ihnen könnten wir mancherlei 
Gutes lernen. 
Bringen alle diese Gegenstände die Menschen und die Dinge in 
jenen Gegenden Klein-Asiens, die bisher so wenig beachtet waren, unserer 
Kenntniss so nahe entgegen, so hat ihr Eigenthümer auch dafür gesorgt, 
uns zugleich das Land und seine Ortschaften kennen zu lehren. Diesen 
Zweck erfüllt eine Menge photographischer Aufnahmen, sodann Zeich- 
nungen, Aquarelle, Oelskiazen von den Künstlern Bara, Giallina, 
Malczewski, welche die Landschaften, die antiken Ruinen, die Wohn- 
stätten, die Vegetation und die Menschen darstellen. Wir haben Alles, 
uns ein vollständiges Bild zu machen. (W. Ztg.) 
Ueber Buchillustration. 
Von Bruno Bucher. 
(Schluss) 
Es ist hier nicht die Absicht, die Geschichte der Miniaturmalerei zu 
verfolgen, daher sei nur noch berührt, dass eine geschmackvolle Verbin- 
dung des lediglich schmückenden mit dem eigentlich illustrativen Ele- 
mente namentlich in den Buchmalereien der burgundischen Schule erreicht 
worden ist. Da begleiten kleine Gemälde, oft von höchster Vollendung, 
den Text, werden vielleicht auch in die Züge eines großen Anfangsbuch- 
e staben eingerahmt, daneben aber gehen Leisten oder ganze Einfassungen 
einher, die aus dem reizendsten, meistens halbnaturalistischen Pflanzen- 
werk mit Blumen und Früchten bestehen. 
Aber dieser Glanz der Buchmalerei bedeutete deren Abendroth. 
Wie das Fürstenhaus, in dessen Gunst sie sich zu neuem Leben ent- 
wickeln zu wollen schien, war sie dem Untergange geweiht. Und man 
könnte den Vergleich noch weiter treiben. Ein Bauernvolk brachte die 
burgundische Macht zu Falle, und ein einigermaßen bäuerischer Geselle 
war noch der Formschnitt im Vergleiche mit der auf der Höhe der 
Cultur und feinen Sitte stehenden Miniaturmalerei, welche er, verbunden 
mit der jungen Kunst des Buchdruckes, verdrängte. Es war ein Sieg der 
populären Kunst über die vornehme, bis zu einem gewissen Grade ex- 
clusive. Formschnitt und Letterndruck sind bekanntlich die nächsten Ver- 
wandten, man kann den ersteren, wenn man will, als Vater bezeichnen; 
aber erst die jüngere Kunst setzte ihn in den Stand, den offenen Kampf 
gegen die Miniaturmalerei aufzunehmen und siegreich zu Ende zu führen. 
Wie weit zurück der Formschnitt als Mittel der Reproduction von 
Zeichnungen zu datiren sei, darüber stehen die Ansichten noch ebenso- 
wenig fest, wie über manche damit in Zusammenhang stehende Frage, 
z. B. die Verwendung von weichem Metall neben oder vor dem Holze
	        

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