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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1887 / 2)

gleitende Hinweise auf erläuternde Illustrationen - vereinigen lasst. Die wissenschaft- 
liche Ueberzeugung, die aus dem sehr gewandt geschriebenen Büchlein spricht, lässt 
erwarten, dass der Verfasser die vorgetragenen Ergebnisse auch im Einzelnen und ein- 
gehender vertreten wird. Rgl. 
es 
The Follies and Fashions of Our Grandfathers. By Andrew W. Tuer. 
London, Field 8L Tner, 1886f87. 80. 
Ein in mannigfacher Beziehung bemerkenswerthes und interessantes Buch, das 
aus den Zeiten unserer Großväter von englischen Dingen und Zustanden erzählen will. 
Aber es will nicht blos von ihnen erzählen, es will sich selber als ein Werk, eine lite- 
rarische Erscheinung aus jener Zeit darstellen. Daher nimmt es die Form einer unter- 
haltenden Monatsschrift aus jener Zeit an und folgt als solche den zwölf Monaten des 
Jahres 1807. Und zwar ist dieses Jahr vorzugsweise deswegen gewählt werden, weil 
eben dieser Jahrgang des englischen Magazins "Le beau mondeu als Vorbild gedient hat. 
Wie diese Zeitschrift bringt unser Buch in seinen Abbildungen die neuesten Moden eben 
jenes Jahres und zwar noch mit Hilfe der Originalplatten, fein mit der Hand colerirt, 
was nicht ohne besonderes Interesse ist, denn gerade die Modefarben sind höchst cha- 
rakteristisch. Es bringt ferner Musterzeichnungen und Gegenstände der Kunstindustrie, 
Porträts der Zeitgenossen, unter denen König Georg lll„ Lord Byron, Lady Hamilton 
zu nennen sind, Landschaften, Jagd- und Sportbilder, Carricaturen nach Hogarth und 
sonst Verschiedenes, zumeist in den damals beliebten englischen Manieren in farbiger 
Aquatinta ausgeführt oder auch mit der Hand colorirt. Der Text gibt zu den Costume- 
bildern die Beschreibung und außerdem einen allgemeinen Monatsbericht über die herr- 
schenden Moden. Er erzählt außerdem von Allem und Jedem, was damals die Menschen 
zur Tagesunterhaltung interessiren konnte. Er beschreibt die Hoffeste, das Leben in 
London, auf dem Lande und in den Bädern; er erzählt vor allen Dingen, was sich 
damals im Sportleben ereignete, wobei die Faustkampfe die erste Rolle spielen; er be- 
richtet von Duellen, von Unglücksfällen, von allen ungewöhnlichen Ereignissen, von 
Concerten, Theater und gelegentlich auch ein und das andere Mal von Kunst und Li- 
teratur. Dazwischen kommen dann Anekdoten, irische Witze (irish bulls) und dergleichen. 
Das Alles nun ist nicht blos in der Art gehalten wie damals, sondern es ist den Maga- 
zinen jenes Jahres original entnommen, so dass also die Zeit sich selber schildert. Auch 
Format, Druck, selbst der Einband mit seinem gewebten Titel sind nachgeahmt, so dass 
wir vollkommen den Eindruck erhalten, ein echtes literarisches Erzeugniss des Jahres 
1807 in der Hand zu haben. J. v. F. 
an 
The Tartans of the clans of Scotland. Also an introductory account of 
Celtic Scotland; Clanship, chiefs, their dress, arms etc. and with 
historical Notes of each Clan by James Grant. Edinburgh and 
London, W. 8c A. K. Johnston, 1886. Fol. Mit 71 Taf. und l Karte. 
Das vorliegende, reich und geschmackvoll ausgestattete Werk ist laut Vorrede 
dem wirklich vorhandenen Bedürfnisse nach einer eingehenden und sachgemäßen Dar- 
stellung der schottischen Tartans entstanden. [n der That bietet das Buch denn auch 
das Beste und Gründlichste, was über diesen Gegenstand in Wort und Bild bisher 
geliefert worden ist. 
Die Einleitung gibt eine kurze Geschichte des keltischen Schottland, von welcher 
wir allerdings gewünscht hatten, dass ihre auf die ältesten Perioden bezüglichen Quellen 
einer strengeren Kritik unterzogen worden waren. Von Anderem abgesehen ist z. B. 
Diodorus Siculus, von dem wir ja wissen, dass er fremde Mittheilungen (hier solche 
von Timaeus) ungeprüft und höchst willkürlich verarbeitete, nur mit Vorsicht zu benützen. 
Wir hören in diesen Abschnitten von der Eintheilung des Landes in Clans, von den 
patriarchalischen Verhältnissen in denselben, von ihrer durch die Bodenbeschatlenheit 
begünstigten Abgeschlossenheit, sowie von den jetzt, gleich den Clans, allmalig ver- 
schwindenden Eigenthümlichkeiten der Hochlander in Gebräuchen. Sitten, Waffen und 
Kleidung. Der Verfasser sucht den Nachweis zu erbringen, dass die eigenartigen, bunt 
gewürfelten Stoffe, die Tartans, schon im t. Jahrh. nach Christi Geburt verfertigt und 
getragen wurden, und zeigt uns, wie jeder Stamm oder Clan schon frühzeitig sich ein 
besonderes Muster aneignete, so dass der Tarzan bald zu einer Art Wappen wurde, an 
dem man seines Trägers Wohnort und Namen sofort zu erkennen vermochte. 
Auf diese Einleitung folgen in großen, schonen Farbendrucken die Abbildungen 
dieser verschiedenen Stolfarten (71 an der Zahl); Faden um Faden sind sie den Originalen 
nachgebildet und veranschaulichen mit seltener Treue deren merkwürdige Mannigfaltigkeit
	        

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