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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1887 / 3)

MITTHEILUNGEN 
DES 
K. K. OESTERREICH. MUSEUMS 
FÜR 
KUNST UND INDUSTRIE. 
Monatschrift für Knnstgewerbe. 
Herausgegeben und redigirt durch die Direction des k. k. Oesterr. Museums. 
Im Commissionsverlag von Caxl Gerolrfs Sohn in Wien. 
Abonnementspreis per Jahr H. 4.- 
Nr. 15. (258) WIEN, März 1887. N. F. II. Jahrg. 
Inhalt: Daniel Gran. Vortrag von Dr. Allg. (Schluss) - Die Textilindustrie im nordöstlielien Böhmen. 
Von Dr. Alois Rigl. - Angelegenheiten des Oesterr. Museums und der mit demselben verbun- 
denen Institute. - Literalurbericllt. - Bibliographie des Kunstgewcrbes. - Notizen. 
D a n i e l G r a n. 
Von Dr. Albert llg. 
(Schluss) 
In das Jahr 174.6 fällt die Entstehung eines der schönsten Tafel- 
bilder des Künstlers, das überhaupt als eines der vorzüglichsten jener 
Zeit zu betrachten ist, und von dem ich nur bedauern muss, dass es der 
graphischen Vervielfältigung noch nicht werth gehalten wurde. Es ist 
das herrliche, freundlich und geistreich componirte Bild der Himmelfahrt 
Mariens auf dem Hochaltare der Stiftskirche in Lilienfeld, ein Oelgemälde, 
welches die römischen, namentlich die Maratta'schen Traditionen, die der 
Künstler aus Italien mitgebracht hatte, im hellsten Lichte repräsentirt. Das 
Stift St. Florian in Oberösterreich, welches in jener Zeit fast als das 
kunstliebendste sich manifestirte, weist eine Fülle von Kunstwerken auf, 
und es tritt uns hier eine Förderung der Kunstthätigkeit entgegen, die 
nur etwa mit Mölk und Klosterneuburg verglichen werden kann. Es hat 
Maler in großer Zahl für die Ausschmlickung der Klosterräume beschäftigt. 
Gran selbst hat allerdings in St. Florian nichts gemacht, aber er stand 
mit dem Prälaten in steter Verbindung und wurde als Rathgeber, ja 
auch als Entwerfer von Skizzen, die dann Andere ausführten, benützt. 
Der Plafond im großen Bibliothekssaale ist nach einer solchen Skizze 
gemacht, einer der interessantesten, schon nach der Stoffwahl. 
Das Sujet wirft ein eigenartiges Licht auf die künstlerische Denk- 
weise jener Tage. Das Bild stellt nämlich die Vermählung der Tugend 
Jahrg. 1887. 3
	        

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