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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1887 / 9)

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Literatur - Bericht. 
Technologie und Terminologie der Gewerbe und Künste bei Griechen 
und Römern. Von Hugo Blürnner. Vierter Band. Erste Abtheilung. 
gr. 8". 378 S. mit 7 Tafeln und zahlreichen in den Text gedruckten 
Holzschnitten. Leipzig, Teubner. 
Die vorliegende Lieferung beschäftigt sich ausschließlich mit der Metallarbeit, mit 
der nächsten (Glas und Malerei) wird das höchst verdienstliche Werk seinen Abschluss 
finden. Wie die früheren bezeugt auch dieser vierzehnte Abschnitt, dass der Verfasser 
bemüht gewesen ist, die gesammte Fachliteratur für seinen Zweck auszubeuten, und 
wie weitschichtig sie gerade auf diesem Gebiete ist, ist bekannt. Nicht nur die überaus 
zahlreichen Erwähnungen der Metalle und der Metallarbeit bei alten Prosaisten und 
Dichtern, die auf jene Stellen sich beziehenden philologischen und archäologischen 
Untersuchungen und die an Denkmälern gemachten Studien mussten verglichen werden, 
sondern auch die neuere Literatur über Berg- und Hüttenwesen und Metalltechnik, nhne 
deren Kenntniss ja wirkliche Einsicht in die Nachrichten aus dem Alterthume kaum zu 
gewinnen ist; und endlich durften die vurgeschichtlichen Forschungen nicht unberück- 
sichtigt bleiben. Zuerst werden die ain Kunst und Gewerbe der Alten verwandten 
Metalle-l in der herkömmlichen und wohlbegründeten Reihenfolge: Gold, Silber, Kupfer, 
Eisen, Zinn, Blei und endlich nanderweitige Metallen behandelt; sodann Bergbau und 
Hüttenwesen; drittens die Verarbeitung, und zwar Bearbeitung der Metalle in kaltem 
Zustande (Treiben, Ziehen, Verscbneiden u. s. w.), in heißem und flüssigem Zustande 
(Schmieden, Gießen), das Lüthen; die Anwendung der verschiedenen Bearbeitungsarten 
auf die verschiedenen Metalle. ln der Streitfrage der Erz- und der Eisenzeit stellt sich 
Blümner auf die Seite Derjenigen, welche der Bronze die Priorität zuerkennen, doch 
erwähnt er, so viel wir bemerkt haben, das natürliche Hartkupfer nicht; dass die Alten 
Galmei in natürlichem Zustande gekannt haben, nimmt auch er an. Aurichalcum glaubt 
er in spätromiscber Zeit allerdings als Messing deuten zu müssen, während früher unter 
diesem Namen wohl verschiedene Metalle verstanden worden seien; vielleicht haben wir 
uns unter dem Weißkupfer Legirungen zu denken, wie sie in Indien noch jetzt für Bidri 
und Koftgari hergestellt werden? Gewiss mit Recht tritt er dem Vorschlage entgegen, das 
rmetallo Spinelliu von Suessula naurichalcum: zu nennen, da Zink darin nicht gefunden 
ist; allein auch Zinn fehlt darin, und daher kann es auch nicht zu den Bronzen gerechnet 
werden. Eine Analyse hat 72'337 ß Kupfer, 20-34 x Silber und 6'713}{ Gold nach- 
gewiesen, wonach die Mischung eher in die Kategorie der Münzmetalle gehören würde. 
Die Darstellung ist durchgängig derart, dass dem Gelehrten auch die technischen 
Proceduren, dem Techniker auch die archäologischen Beziehungen verständlich werden 
müssen. B. 
i! 
Bibliotheqne internationale de Part. wl-listoire de Part byzantinß, con- 
sideree principalement dans les rniniatures par N. Kondakoff. Edition 
frangaise originalefpubliee par l'auteur sur la traduction de M. Tra- 
wiiiski, et precedee d'une preface de M. A. Springer. Tome premier. 
Librairie de PArI. Paris, J. Rouam. Londres, Gilbert Wood et Comp., 
1886. 4". zoz p., 29 grav. 
Die byzantinische Kunst ist schon mehrfach Gegenstand der Forschung gewesen. 
Namhafte deutsche und französische Gelehrte haben sich eingehend mit derselben 
beschäftigt, doch handelte es sich den ersteren vornehmlich um die Losung der 
sogenannten byzantinischen Frage, d. b. um die Feststellung des Einflusses der byzan- 
tinischen Kunst auf die occidentalische des früheren Mittelalters, während die französischen 
Forscher hauptsächlich die Entwickelung der Miniaturmalerei überhaupt llTl Auge hatten, 
innerhalb welcher die byzantinische Miniaturmalerei, die dem Verstandnisse westeurnpäischer 
Kunstgelehrter ferner lag, zu kurz kommen musste; die byzantinische Kunst ist eben 
keinem von ihnen Herzenssache gewesen. Als solche haben sie aber neuerlich die Ver- 
lreter der russischen Schule aufgefasst. Von den verschiedenen Publicationen dieser 
Gelehrtengruppe ist dem KVesten bisher leider so viel als nichts bekannt geworden, da 
dieselben in russischer Sprache erschienen sind. Es ist bekannt, wie noch Springer für 
seine Psalteruntersuchungen ein Werk Kondaltofs, das ihm wesentliche Aufschlüsse 
versprach und auch leistete, sich von einem russischen Studenten übersetzen lassen 
musste. Es war nun ein Meistergritf der Bibliotheque internationale de l'art hier einzu- 
setzen, indem sie dasjenige Werk, das die bisher gewonnenen Resultate der russischen 
Jahrg. 1881. I0
	        

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