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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1887 / 10)

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Was diesen Wandmalereien auch über die engere Localforschung hinaus beson- 
deres lnteresse verleiht, ist die darin zu Tage tretende, durch die geographische Lage 
bedingte Kreuzung nordischer und südlicher Einflüsse. Im ornamenralen Beiwerk, nament- 
lich im Architektonischen, macht sich überwiegend die italienische Weise geltend; dagegen 
begegnen im Figuralen namentlich in den jüngeren Denkmälern vielfach niederdeutsche 
Elemente. Um aber einzusehen, dass wir es trotzdem mit der geschlossenen Entwickelung 
einer localen Schule zu thun haben, genügt es, die beigegebenen Lichtdruckproben zu 
betrachten. Nach rückwärts wird diese Geschichte der Brixen-Neustifter Malerschule des 
I5. Jahrhunderts vervollständigt durch einige in denselben Kreis gehörige Denkmäler, 
die noch aus dem 14. Jahrhundert datiren. Rgl. 
ä 
Gedenkblätter zur Gutenbergfeier am 50. Jahrestage _der Errichtung des 
Gutenberg-Denkmals in Mainz, 14. August 1837, herausgegeben von 
den vereinigten Mainzer Buchdruckern und Buchhändlern 1887. Mainz 
(J. Diemer). gr. 4.". 118 Bl. mit Illustr. 
Am I4. August d. J. feierte die Stadt Mainz das gojährige Erinnerungsfest an die 
Enthüllung des Gutenberg-Denkmals daselhst. Die aus Anlass dieser Feier erschienenen 
i-Gedenkblätter- sind von 18 Mainzer Druckereien hergestellt, und geben ein höchst 
erfreuliches Bild der Leistungsfähigkeit der heutigen Mainzer Typographie. Der festlichen 
Gelegenheit gewidmet, reihen sich in den "Gedenkblattern- poetische Erzeugnisse an 
Rückblicke auf die Geschichte des Denkmals, daneben finden sich aber auch werthvolle 
Beitrage zur Geschichte der Mainzer Druckkunst in alter und neuer Zeit, von Mainzer 
Schriftstellern. So von Friedrich Schneider: Mainz und seine Drucker; von F. Falk: 
Die Schlussschrift des Catholicon von 1460; von K. G. Bockenheimer: Die Buch- 
druckerei im St. Rochus-Hospitale zu Mainz; von Th. Winkler: Die ersten Druck- 
häuser und Druckwerke zu Mainz. Auch die Ausstattung des reich illustrirten Buches ist 
eine durchwegs elegante und die rGedenkblatter- sind also in der That geeignet, die 
Erinnerung an die Mainzer Gedachtnissfeier in würdigster Weise zu bewahren. 
R-r. 
ar- 
Die Inkunabeln des Kupferstichs im kgl. Kupferstichcabinet zu München. 
Von Wilh. Schmidt. München, Fr. Bruckmann's Verlag, 1887. 4". 
8 S. u. 13 Taf. M. 10'- 
Seit kurzer Zeit sind die Leiter der Kupferstichsammlungen von Dresden und 
München bemüht, die dunkle früheste Geschichte des deutschen Kupferstiches aufzuhellen. 
Die Mittel dazu sind bald kritische Auseinandersetzungen, denen man freilich nicht in 
allen Punkten zustimmen kann, theils Publicationen von Blättern, die nur wenig oder 
gar nicht bekannt sind. Ein derartiges Unternehmen kann nur mit aufrichtiger Freude 
und mit großer Dankbarkeit aufgenommen werden, zumal wenn die Abbildungen wie in 
vorliegendem Falle den Ansprüchen der heutigen Forschung durchaus entsprechen. Der 
Text des Dr. Schmidt, im Umfange bescheiden, sucht die Stiche sowohl nach den Ge- 
genden, in welchen sie entstanden sein mögen, als auch nach Künstlern zu gruppiren. 
Was den Ort der Entstehung betrifft, so wird man seinen Ausführungen nur mit der 
alleräußersten Vorsicht zu folgen haben, und die Eintbeilung in Meister sollte wohl 
richtiger durch eine Scheidung bloß in Gruppen ersetzt werden. Völlig im Dunkeln 
bleiben wir über die Kriterien und Gesichtspunkte, nach welchen die Benennungen 
getroffen werden. Warum z. B. Nr. 30 der Reihenfolge demselben Stecher wie Nr. 28 
und 29 gehört oder Nr. 24 und z; in die gleiche Gruppe wie die dem Stecher des 
nErasmus- zugetheilten Blätter, ist nicht einzusehen. lst es wirklich möglich, in solchen 
nothdnrftig umrissenen, kleinen, nichtssagenden Ornamenten Künstlerindividualitäten zu 
erkennen? Die Hauptsache bleiben die Tafeln als erwünschte Ergänzung unseres kunst- 
historischen Apparats. 
Berlin. P. 
-x- 
La reliure moderne artislique et fantaisiste par Octave Uzanue. Illustra- 
tions reproduites d'apres les originaux par P. Albert-Duiardin et 
Dessins allägoriques de J. Adeline, G. Fraipont, A. Giraldon. Fmn- 
tispice de Albert Lynch, grave par Manesse. Paris, Edouard Rouveyre.
	        

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