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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1873 / 92)

der Weltausstellung Anregung und Förderung. Mit aufmerksamem Auge 
wird dasselbe die Fortschritte des Auslandes und die Lücken in unserer 
eigenen Kunstentwicklung aufsuchemjmüssen, und darnach seine Mass- 
regeln ergreifen. 
Der Einblick in die grosse weite Welt der Kunstproduction ist nur 
durch eine Weltausstellung möglich, und deswegen richten wir unsere 
Gedanken dankerfüllt auf unseren Monarchen, der die Ausstellung in das 
Leben gerufen, auf die kaiserlichen Prinzen, welche sich an die Spitze der 
Weltausstellung gestellt haben, und den Reichsrath, der nicht gesäumt 
hat, reiche Mittel mit freigebig'er nachsichtiger Hand zu bewilligen. 
Von Seite des Museums ist Alles, was in seinen Kräften stand, ge- 
schehen, um die Weltausstellung würdig zu begrüssen. Es veröffentlicht 
soeben eine eigene Festschrift, deren Widmung der Protector und der 
Präsident der Weltausstellung, die k. Hoheiten die Herren Erzherzoge 
Carl Ludwig und Rainer, freundlichst angenommen haben; es eröffnet mit 
dem heutigen Tage in seinen Räumen zwei Specialausstellungen, von 
denen die eine die Arbeiten des Museums und der Schule, die andere die 
Entwicklung des Aquarelles und verwandter Kunstzweige der Wiener 
Kunstschulen von 1780-1860 zum Gegenstande haben. Jeden Samstag 
werden in den Räumen der Bibliothek Vorlesungen über die Kunst auf 
der Weltausstellung abgehalten werden. Alle Mitglieder des Museums, 
welche die Feder führen, als Schriftsteller oder Lehrer wirken, werden 
in diesem Sommer und im nächsten Winter die Weltausstellung zum 
Gegenstand ihrer Arbeiten machen; die Lehrer an der Kunstgewerbeschule 
des Museums sind in den Räumen der Weltausstellung vielfach vertreten, 
ein grosser Theil der Fortschritte der Kunstgewerbe Oesterreichs ist ihrer 
hingebenden Wirksamkeit, ihrer nie ruhenden Arbeitskraft zu verdanken. 
Nicht wenige Programme der Weltausstellung rühren von Mitgliedern des 
Museums her, zu unserer Specialausstellung haben diese die erste Anre- 
gung gegeben. 
Wir dürfen hoffen, dass alle jene, welche die Räume des Museums 
während der Weltausstellung besuchen, den Eindruck empfangen werden, 
dass das Museum die Weltausstellung als ein grosses Unternehmen auf- 
fasst und dieselbe im Festkleide begrüsst. Möchten die Erwartungen, die 
das Museum der Weltausstellung entgegenbringt, sich am Schlusse der- 
selben im reichen Masse erfüllen! 
Die Anfänge der Industrie. 
Vortrag des Grafen Wurmbrand, gehalten im Oesterr. Museum am 13. März 1873. 
(Fortsetzung) 
Und gerade darauf, auf der Mittheilung der Erfahrung "im Verkehr 
der Völker unter einander, beruht zumeist die Möglichkeit des rascheren 
Fortschrittes. Je kleiner der Bereich einer Menschengruppe ist, desto
	        

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