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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1873 / 92)

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men gleichen, so dass bis zu einem gewissen Grade die natürliche Ent- 
wicklung des Menschen in technischer und künstlerischer Richtung möglich 
zu sein scheint, ohne eine Stammesverwandtschaft oder Gleichzeitigkeit 
annehmen zu müssen. 
Ausser der Anwendung bei der Fertigung der Thonwaaren kamen 
die Knochenwerkzeuge gewiss auch bei den verschiedenen Flecht-, Webe- 
und Lederarbeiten zur Geltung. In Robenhausen fanden sich vielfach 
Mattenßechtereien aus Schilf und Bast. Die Weberarbeiten aber erregen 
besonders unser Erstaunen. G. Pauer ist es gelungen, einen sehr ein- 
fachen Webstuhl herzustellen, auf dem alle Webearbeiten, die man in 
Robenhausen fand, verfertigt werden konnten, und welcher auch als 
Urbild des altnordischen Webstuhles, wie ihn Worsee abbildet, gelten kann. 
Auch die Drehung des Bastes zu Stricken, sowie die Verknüpfung des- 
selben zu Maschen und Netzen wurde mehrfach angewendet. Zu den 
durchbohrten Zähnen kommen in dieser Zeit auch noch kleine Ringelchen 
von Bernstein, von weichen Gesteinsarten, ja selbst von Steinkohlen als 
Schmuck hinzu. 
(Schluss folgt.) 
KLEINERE MITTHEILUNGEN. 
(vEntwürfe zu den Lehrplänen und Jnstruotionen für den 
Zeiohenunterrieht an Vo1ks-, Gewerbe- und. Mittelsohulenww) 
Unter diesem Titel ist soeben eine als Manuscript gedruckte Broschüre 
erschienen, enthaltend die Lehrpläne und lnstructionen zur Regelung des 
Zeichenunterrichtes an Volks-, Mittel- und Gewerbeschulen, welche im 
Laufe dieses Winters von einer ad hoc vom Minister des Unterrichtes 
eingesetzten Commission ausgearbeitet wurden: a) für Volksschulen, b) für 
Bürgerschulen, c) für Lehrer- und Lehrerinnen-Bildungsanstalten, d) für 
Realschulen, e) für Gewerbeschulen und f) für Gymnasien. 
Die Intentionen der Commission bei Abfassung der Lehrpläne waren 
in erster Linie dahin gerichtet, den Zeichenunterricht nach einer rationellen 
Methode zu organisiren, ihn so anzuordnen, dass er den didaktischen und 
pädagogischen Anforderungen der einzelnen Schulen entspricht; eine ge- 
wisse Gleichförmigkeit in der Art und dem Umfang des Unterrichtes zu 
erzielen, damit der Uebertritt von einer Schule in eine andere leicht 
möglich ist. 
Das Referat für jede einzelne Schule übernahmen Männer, welche 
inmitten des Unterrichtes selbst stehen und welche langjährige Erfahrungen 
auf dem Gebiete des Zeichenunterrichtes hinter sich haben, u. zw. die 
Herren: Walser, Grandauer, Gernerth, Karg], Niedergesäss, 
Riewel, Hofbauer, Rösler, Kaschl. Den Vorsitz führte Hofrath 
v. Eitelberger, Mitglieder der Commission waren: DirectorWalser, 
die Professoren Grandauer, Rössler, Hasslwander, Stork, Lauf- 
berger, Landesschulinspector Dr. Krist und Domherr Stöger, k. Rath
	        

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