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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1873 / 96)

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Der Unterricht in der Styllehre und in der Perspective wurde eben- 
falls zumwrsten Male durch einen selbstständigen Professor für diese Fächer gelehrt. 
Ausserdem wurden Vortrage uber Mythologie durch Professor Dr. Conze abgehalten. 
Ausser den Schülerpreisen gelangten in diesem Schuljahre zwei ReicheYsche 
Künstlerpreise zur Vertheilung und zwar an" den Maler Herrn L. Mayer und den 
Bildhauer F. Natzan. 
Studienreisen werden in diesem Jahre von der Architecturschule und der Spe- 
cialschule für Landschaftsmalerei vorgenommen. 
Von ehemaligen akademischen Zöglingen befinden sich mit Reisestipendien 
drei im Auslande. der Architect A. Prasdorfer, der Bildhauer A. Düll und der Maler 
R. Geyling. _ - 
Für alle akademischen Hilfsanstalten wurden neue Reglements entworfen und 
eingeführt, 
Die akademische Bibliothek und die mit ihr verbundene Sammlung von 
Kupferstichen und Handzeichnungen erhielt wesentliche Bereicherungen. Es 
wurde von Professor Steinle die werthvolle Sammlung der l-landzeichnungen A. Dürers 
(ehemals im Besitze von Husgen) erworben, Studienblätter von Selleny und Van der 
Nüll und ein Carton vor. C. Rahl. Ausserdem wurde die Bibliothek durch x22 Kupfer- 
werke und Bücher, 33 Lieferungswerke, 197 Kupferstiche und 385 Photographien vermehrt. 
Die Gemäldegalerie erhielt einen neuen Katalog; die neue Aufstellung der der 
Akademie gehörigen graH. Lambergßschen Galerie wurde vollständig durchgeführt. 
Das Museum der Gypsabgusse erhielt eine selbstständige Organisation, ver- 
möge der dasselbe auch den Zwecken der Universität zugänglich gemacht wird. 
Das Museum der Gypsabgüsse erhielt wesentliche Bereicherungen, eine Anzahl assy- 
nixcher Reliefs, die Amazone des Berliner Museums, den Knaben mit der Gans von der 
Münchner Glyptothek, architectonische Details vom Naumburger Dome, ein Tempelrelief 
aus Troja, {etzteres ein Geschenk des Dr. Schliemann in Athen. 
Die Gemäldegalerie und das Museum der Gypsabgüsse werden in dem neuen Aka- 
demiegebäude zur vollen Entfaltung kommen können. 
Die Gypsgiesserei erhielt ein neues Reglement, den erweiterten Zwecken des 
Unterrichts entsprechend. 
Neue Lehrkräfte traten im Laufe dieses Jahres ein: der Bildhauer C. Zum- 
busch, die Historienmaler M. Trenkwald und Anselm Feuerbach und der Architect 
G. Niemann. 
ln die Weltausstellungscommission wurden die Herren Professoren Fr. 
Schmidt, Engerth, v. Hansen und v. Lichtenfels gerufen; als Jurors fungiren ausser den 
Genannten noch die Professoren Jakoby, Eisenmenger und Kundmann. 
Prof Blaas erhielt von Sr. Majestät die goldene Medaille für Kunst und Wis- 
scnschaft. 
Prof. Niemann nahm im Sommersemester an der Expedition nach Samo- 
thrake Theil. 
Die Architectur- und Graveurschule musste. ihre Localitäten der Lehrerbildungsan- 
stalt abtreten; erstere musste ihre Schullocalitäten in die erweiterte Bauhutte für der 
neuen Akademiebau verlegen. Die Akademie leidet unter Raurnmangel in ganz erheblichen 
Weise. Glücklicher Weise schreitet unter Leitung des Oberbaurathes von Hansen der 
Neubau der Akademie rasch vorwärts, so dass binnen wenigen Jahren die Akademie 
in angemessenen Räumen sich wird bewegen kennen. 
Statut für die Gentralcommlsaion zur Erforschung und Erhaltung der ltunst- in! 
historischen Denkmals. 
 l. Die Centralcommissidn für Erforschung und Erhaltung der Kunst- und histo- 
rischen Denkmale ist berufen, das Interesse für die Erforschung und Erhaltung der Kunst- 
und historischen Denkmale immer mehr zu beleben, die Thätigkeit der wissenschaftlichen 
Vereine und Fachmänner der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder hicfür 
, rege zu erhalten und zu fördern, die Denkmale unserer Vorfahren und der einzelnen 
Volksstämme allgemein bekannt zu machen und zur Ehre derselben vor Vernichtung und 
Verderbniss zu beivahrcn. _ 
S. 2. Die Cenlralcommission untersteht dem Minister für Culrus und Unterricht. 
3b. 3. Die Centralcommission hat ihre Wirksamkeit auf die folgenden Obiecte zu 
erstrecken: . 
l. Objecte der prähistorischen Zeit und der antiken Kunst (Monumente, Ge- 
räthe etc.).
	        

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