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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1873 / 97)

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nothwendig, dass man an den Rahmen der Gemälde auf besonderen T,ä_ glchen 
wenigstens den Namen. des Meisters angiebt und nieileicht auch den I lt des 
Bildes. Die Nachweisungen auf den eingerahmteniCartons an den Feüstern in 
Berlin sind zu unbequem. Aufdiesen Tafeln sollte am besten nichtägals der 
Meister selbst angegeben sein, und zwar unter. dem Namen, der der bekannteste 
ist; man soll nicht aus Principienreiterei der Bequemlichkeit des Publioums 
und der Neigung der grossen Masse feindlich gegenübertreten. Man sollte sodann 
keine Daten darauf setzen. Dieselben wechseln durchidie Forschung zu schnell, 
und ich fürchte, dass die irrigen Angaben in dieser-imonumentalen Fixirmngg 
sich noch zäher als so schon gegen alle Verbesserungen unzugänglich erweisen 
würden. Ausserdem hindert eine zu grosse Menge von Angaben auf den Täfel- 
chen leicht die Klarheit und die Uebersichtlichkeit. In, Berlin hat man ange- 
fangen. an die Täfelchen zu schreiben: it., sp., u. s. w. zur Bezeichnung der 
Schulen. Diese Abkürzungen, die in der Kunststatistik von Lotz und ähnlichen 
Werken sehr empfehlenswerth und unvermeidlich sind, sind anldieser Stelle gar 
nicht am Platze. _ , .. 
_ Es ist nun wohl noch nöthig, auch von den Katalogen von Aus stel- 
lungen zu reden. Gerade jetztin Wien haben wir Gelegenheit, schlechte Be- 
obachtungen und Erfahrungen zu machen. Gerade der deutsche Gebrauch ist 
auch hier wieder ganz mittelmässig. Erst vor acht Tagen etwa ist der Katalog 
der Exposition des Amateurs erschienen; der deutsche Katalog der Gemälde 
und der Sculpturen liess lange auf sich warten, und als die erste (ja die zweite) 
Auflage herauskam, haben wir gesehen, (dass die ganze Bearbeitung eine durch, _ 
aus ungenügende ist. Nur tür die französische Abtheilung ist ein guter Katalog 
vorhanden, der dem Gebrauche folgt, wie er längst für die französischenßalons 
existirt. 
Aber nicht allein die lrrthümmer und den Mangel an guter Ausstattung 
haben wir zu tadeln, auch den ganzen Stil. Dagegen wollen wir auf den 
französischen Katalog blicken. Ein solcher Katalog einer vorübergehenden Aus- 
stellung muss ein Actenstück sein, auf das man zurückblicken kann. Wir wollen 
also in demselben richtige Angaben über die Meister haben. Im deutschen 
Kataloge muss man ja doch froh sein, wenn die Namen der neueren Meister 
nur orthographisch geschrieben sind. Aber auch, wo solche Schnitzer nicht 
begegnen,'_wo wir über die ersten, untersten Stufen der Mangelhaftigkeit, über 
die absolute Lächerlichkeit hinweg sind, müssen wir uns diese Dürftigkeit nicht 
gefallen lassen. Der französische Katalog gibt an: den vollen Namen, den 
Ort der Geburt, den Meister, die Auszeichnungen, die der Künstler 
erhalten hat. Das sollten wir auch als Norm für Ausstellungs-Kataloge ver- 
langen. Dann aber noch eins. Es muss, auch in Katalogen für Ausstellungen, 
regelmässig angegeben werden: Der Eigenthümer, namentlich aber, wenn 
der Staat der Eigenthümer ist; ferner das Jahr, in welchem das Bild ent- 
standen, namentlich im Falle einer Ausstellung wie die jetzige; und es müssen 
auch in Ausstellungs-Katalogen die Masse angegeben werden. 1 
All das ist ganz bequem zu bewerkstelligen, die Kataloge in solche 
gründlichen Weise zu bearbeiten, da man nur von den Ausstellern selber diese 
Notizen zur Katalogisirung bei der Ausschreibung der Ausstellung einzufordern 
braucht. Aber auch hier muss dann ernste Arbeit die schliessliche Redaction 
eines Kataloges in die Hand nehmen. 
Foristqung auf der Beilage.
	        

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