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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1873 / 97)

Anfragen in Betreff dieser Ausstellung sind von Dienstag den 27. Oc- 
tober angefangen an den Vice-Director Regierungsrath Falke zu rich- 
ten, entweder schriftlich oder mündlich in den Nachmittagsstunden von 
2-4 Uhr. 
(Personalien) Prof. J. Storck übernimmt für die nächsten zwei Schuljahre die 
Leitung des Directoratm der Kunstgewerbeschule; - Herr Prof. V. Teirich übernimmt 
nach längerer Abwesenheit wieder die Leitung seiner Schule; - die Stelle eines vierten Offi- 
cialen wurde dem ehemaligen Feuerwerker Herrn Bernat verliehen. 
(Bwaoh des Museums.) Die Sammlungen des Museums wurden im Monate 
August von 18.1197 Personen besucht. 
(Neu ausgestellte Gegenstände.) Zwei Tableaux in bunter Flach- und Hoch- 
stickerei von Ginv. B. Scartezini von Trient, 1694 und 1695. Privateigenthum; - Ter- 
racottabüste, italiem, 15. Jahrhundert, Eigenthum des Herrn Dr. Brinkmann; - Zinn- 
becher des Freiherrn Friedrich von der Trenlt, von demselben mit Gravirungen verziert, 
Eigenthum der Frau Baronin Kubeck;  Fragment eines antiken Alabasterreliefs, Eigen- 
thnm des Museums; - zwei Tischplatten in Steinmosaik, von G. Scappini in Florenz; 
-- Portraitmedaillon in Marmor von Bildhauer David in Wien. 
(Ausschreibung von Stipendien.) Das hohe k. k. Ministerium für Cultus und 
Unterricht hat mittelst Erlass vom 27. September d. 1., Z. 12922, zur Heranbildung von 
Zeichenlehrern an Mittelschulen zehn Stipendien von jährlich 300 Gulden auf die Dauer 
von drei Jahren systemisirt und als Erforderniss zur Erlangung eines solchen Stipendiums 
zum Besuche der Kunstgewerbeschule des k. k. Oesterr. Museums folgende Punkte 
bezeichnet: 
1. Das vollendete I7. Lebensiahr; 2. den Nachweis über die beendeten Studien 
mindestens des Untergymnasiums oder der Unterrealschule; 3. den Nachweis über einen 
Grad der Zeichenfertigkeit, welcher die Erreichung des Zieles binnen drei Jahren injAus- 
sicht stellt; 4. die Unterzeichnung eines Reverses, durch welchen sich der Candidat zur 
späteren Verwendung im Lehrfache verpßichtet. 
Die Bewerber aus den im Reichsrathe vertretenen Königreichen und Ländern haben 
ihre gehörig belegten Gesuche bis längstens 15. October bei der Direction der Kunst- 
gewerbeschule des k. k. Oesterr. Museums (Wien, Stubenring) einzubringen. 
(Die Einführung allgemeiner Zeiuhensehuleu.) Mit der Einführung allgemeiner 
Zeichenschulen wird Ernst gemacht; die ersten dürften in Brünn und Wien in's Leben 
treten. ln Wien hat mit nicht genug anznerkennender Liberalitat der Gemeinderath für 
die Einführung einer allgemeinen Zeichenschule für Mädchen einige Raume des Pädago- 
giums zur Verfügung gestellt; Brünn verdankt die Einführung solcher Anstalten in erster 
Linie der Energie des Statthalters Baron Weber. Mit' den allgemeinen Zeichenschulen 
tritt auch in Oesterreich der Zeichenunterricht in die Reihe derjenigen Unterrichtsgegen- 
stände, die Jeden-nann zugänglich gemacht werden. Da sowohl im lnteresse allgemeiner 
Bildung als specieller Bedürfnisse der Industrie, der WissenschaR und der Kunst zu wün- 
schen ist, dass Allen Gelegenheit geboten wird, zeichnen zu lernen und an den mit der 
Kenntniss des Zeichnens verbundenen Vortheilen zu participiren, so steht zu erwarten. 
dass insbesonders in Wien, Prag, lnnsbruck und anderen Stadtenl, in denen sich Hoch- 
schulen befinden, und welche der Mittelpunkt einer ausgebildeten Industrie oder eines 
lebendigeren Kunstlebens sind, solche allgemeine Zeichenschulen errichtet werden. Für 
Wien haben dieselben als Vorbereitungsschulen für den Eintritt in die Akademie der hil- 
dendsn Künste und für die Kunstgewerbeschule ihre specielle Bedeutung, sowie auch für 
iene Studirende an Gymnasien und an anderen Bildungsanstalten. welche eine gründliche 
Kenntniss des Zeichnens für ihren künftigen Lebensberuf brauchen. ' 
(Speoialausstelluug im Oesterr. Museum.) Die Ausstellung alter Bilder aus 
dem Privatbesitze Wiener Amateurs wird am 14. d. M. geschlossen. 
Am 15. d. M. wird im elsten Saale die wechselnde Ausstellung der graphischen 
Künste mit einer Ausstellung von Randverzierungen der Meister des 16. und 17. 
Jahrhunderts (entnommen der Ornamentstichsammlung des Museums) erötfnet werden. 
(Die Sohulausatellung der Kunstgewerbesohule des Museums) wird am 
zo. d. M. geschlossen, und es werden dann Vorbereitungen getroffen werden, um die 
wechselnde Ausstellung von Erzeugnissen moderner Kunstgewerbe wieder aufzunehmen. 
(Besetzung von Lehzerstelien an Gawerhesohulen durch Zogiinge der 
Kunsbgeworbeaohule.) An die Holzschnitzerschule zu Groden in Tirol wurde Herr 
F. Demetz, an jene zu Taufers daselbst Herr J. Moriggl, jene zu Grulich in Mahren 
Herr Wilhelm Schmidt, jene zu Hallstadt in Oberösterreichl Herr J. Greil, endlich 
an die Porzellanmalerachule zu Karlsbad Herr F. Hubl als Fachlehrer bestellt.
	        

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