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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IX (1874 / 102)

aergebenen Geldmittel zuführen und der Anstalt im Janre m74 mit IXLILLBILIQII-"dul das 
Shere Erforderniss für die erste Einrichtung und die Erhaltung eine Subvention von 
xoo H. gewähren, in den Jahren 1875 und 1876 aber eine jährliche Subvention von 
)0O H. für den Fall in Aussicht stellen wolle, als die Schule sich noch nicht aus eigenen 
itteln erhalten konnte. 
Die Fachscltule oder Musterwerkstätte für Stickerei in Wien soll nach den entwor- 
nen Grundzügen über die erfolgte Anregung der niederosterreichischen Handels- und 
ewerbekammer mit dem von ihr gesammelten Fonds und mit Subvention des k. k. Han- 
elsministeriums in's Leben gerufen werden und diesem Ministerium unterstehen. Zur 
rtistischen und technischen Leitung der Schule wird eine Commission von sieben Mit- 
liedern berufen, in welche das Handelsministerium drei Mitglieder, die Handels- und 
ewerbekamtner aus dem Kreise derjenigen Industriellen, welche Gründungs- oder Jahres- 
eitrage leisten, ebenfalls drei Mitglieder und das Oesterreichische Museum für Kunst und 
adustrie ein Mitglied delegirt. Das Amt eines Commissionsmitgliedes ist ein Ehrenamt, 
aher unentgeltlich. Die Commission verfasst den Lehrplan nach den in den Grundzügen 
iedergelegten Prinzipien, überwacht die Durchführung desselben so wie den zu erthei- 
:nden Unterricht und erstattet dem Handelsministerium die Vorschlage zur Anstellung 
ller Lehrkräfte. Der Commission steht es frei, sobald die mit ihrer Wirksamkeit verbun- 
enen Arbeiten zu grossen Zeitaufwand in Anspruch nehmen sollten, sich durch eine aus 
en Schulmitteln zu entlohnende Hilfskraft unterstützen zu lassen. Die Schule ist eine 
Eentliche und hat den Zweck, nicht nur alle Arten von Techniken der Stickerei prak- 
lSCh zu lehren, sondern auch in unmittelbarer Verbindung hiemit den Elementarunterricht 
n Freihandzeichen zu pflegen, den Formen- und Farbensinn anzuregen und auszubilden. 
"erner soll sich dieselbe die Ausbildung von Lehrkräften für Stickerei zur besonderen Auf- 
,abe machen. Zur Veranschaulichung der Unterrichtserfolge sind am Schlusse jedes Schul- 
ahres Ausstellungen von Arbeiten, die in der Schule ausgeführt wurden, zu veranstalten. 
Es soll jedermann freistehen, die Anstalt durch Ertheilung von Auftragen auf 
Stickereien zu beschäftigen, doch sollen in dieser Beziehung jene Industriellen und Ge- 
verbetreibenden, welche die Schule mit Jahresbeitragen unterstützen, in erster Linie 
serücksichtigt werden. Für die von der Schule an Industrielle und Gewerbetreibende 
gelieferten Arbeiten ist ein Entgelt zu leisten. ln der Regel hat der Auftraggeber das zu 
len Arbeiten erforderliche Material selbst beizustellen und bei Uebemahme der verfertigten 
Stickereien den dafür entfallenden Arbeitslohn zu entrichten, dessen Höhe von dem Vor- 
itnnd der Schule zu bestimmen ist. Die für verkaufte Arbeiten eingegangenen Gelder 
lienen zunächst zur Erhaltung der Schule und ist darüber besondere Rechnung zu legen. 
)er Schulbesuch ist unentgeltlich. Die Dauer desselben wird für Schülerinnen im Allge- 
neinen auf zwei Jahre, für jene, welche sich zu Lehrerinnen ausbilden wollen, auf 
mindestens vier Jahre festgestellt. Grundsätzlich sollen alle Schülerinnen, sobald sie ent- 
sprechende Fortschritte gemacht haben, für ihre Arbeit entlohnt werden ; über den Zeitpunkt, 
wann die Entlohnung einzutreten hat, und über deren Höhe entscheidet der Vorstand. 
Die Anzahl der wöchentlichen Lehrstunden wird auf 40 festgesetzt. Da die Schule den 
Charakter einer Musterwerkstätte trägt, bleibt es der Leitung derselben unbenommen, 
durch periodische Anstellung von Hilfskräften dafür zu sorgen, dass die Schule den an 
sie gestellten Anforderungen auch dann entspreche, wenn die einlaufenden Auftrage von 
den Schülerinnen nicht bewältigt werden könnten. Der Lehrstatus und das Jahregerfor- 
derniss für die Schule wird mit 6500 fl. praliminirt. Hiezu kommen noch als einmalige 
Ausgabe die Kosten der Schuleinrichtung, als: Tische, Sitzmöhel, Rahmen und Werkzeuge 
mit zooo B. (W. Z.) 
(Enquete für Kunstgewerhe.) Im Monate Februar fand im Mu- 
seum eine kunstgewerbliche Enquete mit Zustimmung des Curatoriums 
statt, welche mit Rücksicht auf die Erfahrungen auf der Wiener Welt- 
ausstellung die Lage der österreichischen Kunstgewerbe zu prüfen hat. 
Den ersten Bericht über diese Enquete, betreffend die Bronzeindustrie, 
wird das nächste Heft der pMittheilungenu enthalten. '
	        

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