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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IX (1874 / 102)

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Endlich kam die Ausgabe von plastischen Vorlagenwerken 
zur Sprache. Es fehlt vorzugsweise an einfachen Vorlagen nachclassi- 
sehen Mustern und insbesondere an Flachornamenten. Es wurde bereits 
im Oesterr. Museum aus dem vorhandenen reichen Materiale der Samm- 
lungen eine Auswahl von Ornamenten getroffen, welche den gestellten 
Anforderungen vollständig entsprechen. Diese plastischen Vorlagen werden 
im Oesterr. Museum ausgeführt werden. 
So einfach diese Angelegenheit ist, so complicirt ist die Frage der 
plastischen anatomischen Abbildungen und es würde nicht möglich gewesen 
sein, auch in dieser Angelegenheit zu einem befriedigenden Beschlusse zu 
kommen, wenn man nicht in dem Dr. Frisch, Docenten für Anatomie 
an der Kunstgewerbeschule, eine eminente Persönlichkeit hätte, die auch 
bereit ist, ihre Thätigkeit zu diesem Zwecke zur Verfügung zu stellen. 
Dr. Frisch, der eine mehrjährige Thätigkeit in diesem Fache hinter sich hat, 
hat bereits mit dem Zöglinge der Kunstgewerbeschule, Herrn Biienek, den 
Versuch gemacht, einen anatomisch präparirten Arm plastisch wiederzu- 
geben. Dieser Versuch ist so vorzüglich gelungen, dass von allen Seiten 
der Wunsch ausgesprochen wurde, es möchte auf diesem Wege fortge- 
fahren werden. Und bereits arbeitet Herr Dr. Frisch mit diesem Herrn 
Bienek, um nach dem bekannten kleinen Modelle des Michelangelo 
eines Slandbeines und eines Spielbeines für die bekannte Christusfigur in 
S. Maria sopra Minerva anatomische Formen derselben in angemessener 
Grüsse zu machen. In dieser Richtung wird nun fortgefahren werden und 
nach wenigen Jahren wird ein reiches Material von plastischen anatomi- 
schen Vorlagen für Schulen vorliegen. 
Damit sind jene ersten Vorlagenwerke bezeichnet, die unerlässlich 
nöthig sind, um die aulfallendsten Lücken im Zeichenunterrichte auszu- 
füllen, und welche durchgeführt werden müssen, wenn die Reform des 
Zeichenunterrichtes nicht auf halbem Wege stehen bleiben soll. ' - 
Das Unterrichtsministerium hat mit einer Liberalität, welche nicht dank- 
bar genug anerkannt werden kann, die Mittel zur Verfügung gestellt; 
welche sich als nöthig herausgestellt haben. 
R. v. IE. 
Bericht her die „Räunlnn des fabrloants de bronzea da Ia vllla de Parlu".' 
Die Gesellschaft wurde am 18. November 1818 unter obengennnntern Titel ge- 
gründet. Ein Jahr später, 1819, wurde die Vereinigung der Arbeiter wBon accordn in's 
Leben gerufen, welche als Unterstützungs- und Pensionsverein für Bronzearbeiter, nament- 
lich Ciseleure, Monteure und Dreher, fungirt. Diese zweite Gesellschaft ist von der 
Reunion hauptsächlich favorisirt und benützt die Locale derselben zu ihren Versamm- 
lungen. Ihre Erwähnung geschieht, um auch den praktischen und humanitären Charakter, 
der von Anbeginn der I-Räunion- innewohnte, zu bezeichnen. 
Die uReunionu wurde irn Jahre 184.0 reorganisirt und ihre Statuten, welche im 
Auszugs folgen, vom Ministerium des Innern bestätigt. Von da an tritt eine erhöhte Re - 
sarnkeit zu Tage, so namentlich in der Errichtung des Museums der Gesellschaft. u 
den statutenmässig bestehenden zwei Mitglieder-Gattungen: Membres titulaires und rnem- 
bres honoraires, ward im Jahre 1865 eine dritte gesellt, die der inembres libres. ß sind 
das Kunstfreunde mit jährlichen Beiträgen.
	        

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