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fullscreen: Alte und Moderne Kunst XXVII (1982 / Heft 182)

n derRampe des Maria-Theresien-Platzes. Von sei- 
iecorativen Werken sind zu nennen: die Medaillons 
nythologischen Darstellungen an der Facade des 
sthistorischen Hotmuseums, die figurale Aus- 
tückung des lnnenraumes des Deutschen Volks- 
ters, der figurale Fries am Pavillon der Stadt Wien 
er Jubiläums-Ausstellung, die Huldigung des Bür- 
teisters vor dem Kaiser darstellend. die Gruppe auf 
Philipphofe, ferner die figuralen Arbeiten für die 
tter in Augsburg, Hamburg, Fiume, Odessa, Buda- 
fernertürdas Edentheaterin Berlin,fürdieTheater 
trlsbad. Prag und Reichenberg. die Kawatiden im 
tchersaale. In Privatbesitze befinden sich außer 
n Werken, die ins Ausland gewandert sind. der 
b der Proserpina' im Besitze des Baron Springer, 
)f und Psyche' im Besitz des Ritters von Schrenk; 
rdem besitzen Baron Rothschild und Ritter von 
ieller manche Arbeiten von der Künstlerhand des 
torbenen. Fürden Grafen Lanckoronsky lieferte er 
trächtigen plastischen Deckenplafonds. Tag und 
itunddiezwöltMonate darstellend. Die reizvolle Fi- 
er ,Brise' ist ins Ausland gekommen. Zwei stylvolle 
monumente und zwar: die Geburt und die Grable- 
Christi befinden sich auf dem Pötzleinsdorfer 
lhofe, ein drittes Monument, die Auferstehung auf 
Central-Friedhole. Friedl. der ein geborener Wie- 
rar. ist ungeachtet seiner rastlosen Tätigkeit gänz- 
ermögenslos verstorben. Eine Witwe und zwei un- 
)rgte Söhne trauern an seiner Bahre.- 
ileichen Tag berichtet auch die "Wiener Zeitungrr 
205): iiln dem kleinen Orte Kirchau an der Aspang- 
l starb gestern der Bildhauer Theodor Friedl. Zahl- 
le Werke haben seinen Namen im ln- und Auslande 
ündet und bekannt gemacht; es seien davon er- 
tt die Pferdebandiger-Gruppen vor und die Medail- 
n beiden Hofmuseen, diefigurale Ausschmückung 
lnnenraumes des Deutschen Volkstheaters, der 
el des Pavillons der Stadt Wien in der Jubiläums- 
tellung, die Gruppe auf dem Philipp-Hofe, ferner 
guralen Werke für verschiedene Theater im Aus- 
e. Friedl warein geborenerWiener und starb in miß- 
n Vermögens-Verhältnissen. Eine Witwe und zwei 
rsorgie Söhne trauern an seiner Bahren 
so das Neue WrenerTagblatt (Nr. 246): iAus Kirch- 
l derAspangbahn wird uns gemeldet, daß dort vor- 
am der bekannte Bildhauer Theodor Friedl gestor- 
st. Theodor Friedl, zu Wien 1842 geboren, war ein 
Ier Fernkorns. Von ihm wurden unterAnderem die 
auerarbeiten fürden Ziehrerhof und diverse Skulp- 
arbeiten an der Faqade des k. k. Museums ausge- 
Fernersind ihm die Figurengruppe ,Apollo mitden 
Musen' (HamburgerStadttheater). .Attisches Dio- 
sfest' (Volkstheater in Budapest), zwei Colossal- 
Jen .Pegasus mitden Musen der Poesie und Musik 
itergebäude in Augsburg), ferner Sculpturen an 
'heatern in Karlsbad, Brünn, Odessa. Fiume, Preß- 
ferner das Fries über dem Haupteingange am 
ter Unter den Linden in Berlin, darstellend .Das Pa- 
s' und eine Reihe Karyatiden, welche die Decke 
Theaters tragen. Im Privatbesitze befinden sich 
Raub der Proserpina' (im Besitz des Baron Sprin- 
Amorund Psyche' (im Besitze des Baron Schrenk), 
rdem besitzen Baron Rothschild und Baron 
eller manches schöne Werk aus seiner Künstler- 
. Für den Grafen Lanckoronsky lieferte er die 
ttigen plastischen Deckenplafonds, ,Tag und 
t' und ,Die zwolf Monate' darstellend. Die pracht- 
t Monumente ,Die Geburt und Grablegung Christi' 
JieAuterstehung schmückenundzwardie beiden 
ren den Pötzleinsdorter. letztere den Centralfried- 
Jer Künstler verstarb gänzlich vermögenslos. An 
r Bahre trauern eine Witwe und zwei unversorgte 
}l'_it 
iegräbnis fand am B. September auf dem Wiener 
alfriedhof statt: wSarnstag Nachmittag fand auf 
Sentral-Friedhofe das Leichenbegängnis des ver- 
enen Bildhauers Theodor Friedl statt," (Zeitungs- 
W19) 
Überseln Schaffen gibt die Schätzung des lnventars in 
seinem Atelier am besten Auskunft: 
irGyps-Modelle 8t Wachsskizzen: 
2 Bogenzwickelfiguren samt Skizzen, 
beschädigt 120.- 
Gypsmodell Kaiser Friedrich 20.- 
Helios-Gruppe. sehr stark beschädigt 10.- 
4 Statuen - (Modelle) Kunst. Gewerbe, 
Handel und Wissenschaft 40.- 
4 unvollendete Kindergruppen 40.- 
2 Nischen-Figuren 20,- 
Mehibörsegruppe, stark beschädigt 40.- 
zwei Metopen 10,- 
Caryatlden 12.- 
zwei Gruppen Arkadenhäuser 8,- 
Bachantin (Tanz) samt Skizze 50.- 
Odessa Theater, Wachsskizze 20.- 
Torso davon 4,- 
2 Atlanten (Gypsmodelle), Teinfaltstraße 40.- 
4 Plafondbilder (Schöllerhof) 80.- 
2 dto (Schöllerhof) 20.- 
4 lebensgroße Caryatiden - Annagasse, 
stark beschädigt 80.- 
Übertrag 614.- 
Dle Stadt Wien widmete Theodor Friedl in Würdigung 
seiner Leistungen ein Ehrengrab. Erstviele Jahre später 
(1937) wurde dort ein von der Wiener Künstlergenos- 
senschaftgestiftetes Grabmal enthüllt, das die Bildhau- 
er Hänlein und Kosig geschaffen hattenYAber Künst- 
ler ehrtman nicht nurdurchGrabmäler und Standbilder, 
sie leben in ihren Werken weiter, und diese Werke zei- 
gen ihr Wollen und Streben, ihre Ziele und vielleicht 
9 Blick in das Stiegenhaus des Oberen Belvedere mit den Kin- 
dergruppen von Theodor Friedl 
3 Abgüsse (Grablegung) 24.- 
Ein Abguß (Geburt Christi) 8.- 
Grabmal-Relief (Hofbauer) stark 
beschädigt 10.- 
6 Kindei mit Fruchtgehänge 24.- 
Rossebändiger beschädigt (Wachs) 20.- 
4 kleine Wachsskizzen (Belvedere) 8.- 
zwei Atlanten-Skizzen (Rothschild) 12.7 
Portal-Wachsskizze (Heugasse) stark 
beschädigt 4.- 
weibliche Caryatide daselbst 2.- 
zwei Wachsskizzen (Laibacher) 20.- 
zwei Abgüsse 8.- 
Amazonen-Grupoe 40.- 
2 Wachsskizzen (Wien-Zeile neben 
Cafe W.) B.- 
6 Caryatiden-Skizzen (Berlin), beschädigt 4._ 
Gyps-Relief (Pietä) 4.- 
2 Skizzen Platond (Deutsches Volks- 
theater) 4.- 
2 männliche Caryatiden (Hotel Habsburg) 8.- 
2 Wachsskizzen (letzte Arbeit) 10.- 
verschiedenes Werkzeug 80.- 
zusammen Atelier im Wert von 914.- Km 
auch ihre Grenzen. Gehen wir also nicht achtlos an die- 
sen Schöpfungen vorbei, ob sie sich nun an berühmten 
Dornen, Schlössern und Burgen oder an Palästen und 
Wohnhäusern befinden, geben wir sie nicht kampflos 
der Vernichtung preis. dann sind und bleiben sie die 
wahren Denkmale. die sich jeder schaffende Künstler 
schon zu Lebzeiten setzt. 
n-l
	        
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