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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1873 / 98)

bei den Vorlesungen beniltzte. So hatte ich ohne die geringsten Kosten, blos 
durch die gewiss nirgends mangelnde Zuvorkommenheit der Bihliotheksverwal- 
,.tuug, für die Geschichte des Holzschnittes einen mehr als genügenden Apparat 
(c. zoo Werke) zusammengestellt. 
Die Ornamentik ist durch die Werke von Owen Jones und Racinet 
vertreten. 
V bWas die äussere Einrichtung betrifft, so ist das Apparatzimmer in Leipzig 
'(ebenso war die Einrichtung in Strassburg) unmittelbar mit dem Auditorium 
verbunden und so ausgestattet, dass Studirende auch selbstständig daselbst ar- 
beiten können. Zu diesem Behufe ist auch die Anlage einer Handbibliothek, 
die wichtigsten Quellenschriften, Lexica und Kataloge enthaltend, im Werke. 
Ich möchte zum Schluss die Bitte aussprechen, die Direction des k. k. Museums, 
die sich bereits so grosse Verdienste um die Kunstbildung erworben hat, 
möchte aus ihren Sammlungen von Gypsen und Photographien mehrere ge- 
schlossene Ahtheilungen, zusammenhängend und wissenschaftlich geordnet, zu- 
sammenstellen, welche von den Lehranstalten als Apparat im Ganzen käuflich 
erworben werden können. 
,_. Zu Fragepunkt IV (Reproduction der Kunstwerke) stelle ich einen be- 
sonderen Antrag: 
"Der kunstwissenschaftliche Congress beschliesst die Gründung einer Ge- 
sellschaft, welche die Photographie im Dienste der Kunstwissenschaft und des 
Kunstunterrichtes verwerthet und überträgt einem Ausschusse die einleitenden 
Arbeiten. u , 
Zur Motivirung dieses Antrages führe ich folgendes an: 
Das Studium der Kunstgeschichte ist soweit fortgeschritten, dass auch 
der bildliche Apparat, dessen es bedarf, nach wissenschaftlichen Grundsätzen 
hergestellt und geordnet werden muss, soll eine feste Basis für weitere For- 
schungen gewonnen werden. Die Mängel in dieser l-lidsicht sind eben so be- 
kannt, wie die Ueberzeugnng feststehend, dass die Photographie gerade hier die 
werthvollsten Dienste zu leisten im Stande ist, welche den Schaden, den sie 
sonst durch Verwildenmg des Kunstsinnes angerichtet, wohl zu ersetzen ver- 
mögen. Es handelt sich, ich möchte sagen, um die Herstellung eines Urkun- 
denschatzes für die Kunstgeschichte. Zu diesen Urkunden rechne ich die 
Handzeichnungen, freie Entwürfe sowohl wie die Studien für ausgeführte, 
vorhandene Werke. Ihre Kenntniss ist unentbehrlich, aber noch ist die rechte 
Auswahl nicht geschehen, hier das Meiste dem Zufall überlassen. Es thut ferner 
Noth, sich über den wirklichen Zustand, insbesondere der Fresken, Wand- und 
ßeeken-Bilder, auf das genaueste zu überzeugen, denselben, namentlich wo er 
bereits Spuren der beginnenden Zerstörung an sich trägt, welche die Ueber- 
tlagung durch den Stiche! verhindern, treu zu Fixiren. Auch dafür ist die 
directe Photographie in grossern Maßstabe die beste Handhabe. Endlich giebt 
es noch eine Reihe lnedita, köstliche Werke, die bisher nicht reproducirt wur- 
den, auch suhwerlich sobald bei dem gegenwärtigen Stande des Kupferstichhan- 
dels reproducirt werden, und deren anschauliche Kenntniss doch nicht entbehrt 
werden kann. Nur diesem Umstand: ist es zuzuschreiben, dass das Bildmaterial, 
das in den Vorlesungen gebraucht und auch sonst bekannt ist, von so engen 
Grenzen umschrieben wird, eine Reihe wichtiger Werke nicht nach Gebühr 
gewürdigt wird. in allen diesen drei Richtungen soll die Gesellschaft sich 
thätig erweisen. Sie soll nach und nach die hervorragendsten Handzeichnungen, 
nach bestimmten Grundsätzen ausgewählt und geordnet, ihren Mitgliedern zu- 
gänglich machengsie soll direct photographische Aufnahme der grossen Bilder- 
cyclemund Wandgemälde, besonders Italiens, besorgen und gleichfalls unter
	        
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