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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1873 / 98)

wähnt: „Ain Stuckh Danae mit dem guldenen 
Regen", „Zway Stuckh von Mahlzeiten, das ain 
weltlicher Personen, das ander heidnischer Göt- 
ter, die Diana mit Aktöon, zway Sprangerische 
Stuck", sicher Geschenke Kaiser Rudolfs ll., und 
vieles mehr . . . 
Dazu kommen zahlreiche frei stehende Objekte, 
die zusammen mit den Fischen und Reptilien, die 
van der Decke herunterhingen, den Eindruck 
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ursprunglich Rücken an Rücken in der Haupt- 
achse des Raumes und den Fenstern zugewandt 
ist, wurden nach dem Vorbild der alten Har- 
nischvitrinen erneuert. An den Schmalseiten ist 
der längsrechteckige Raum der Kunstkammer in 
zwei großen Bogenöffnungen zum Antiquarium 
(Abb. l) einerseits und zur sogenannten Kleinen 
Rüstkammer andererseits, einer Art Studiolo der 
Waffenkunde des 16. Jahrhunderts, hin geöffnet. 
großer Fülle erzeugt haben müssen. Neben den z. 
T. heute nach erhaltenen Repositorien, zur Abla- 
ge der Gegenstände aus den Kästen, waren hier 
Miinzschränke, mehrere Tische, darunter ein ost- 
asiatischer, Geschenk des Kardinals Andreas an 
seinen Vater (heute Österreichisches Museum für 
angewandte Kunst), das „gewaltige Hirschge- 
stemm, so durch ain Aichenpaum gewachsen", 
„ain zweifadier Kalbskopf mit vier Zungen und 
zwei Mäuln", „ain Fuss van ainem Hirschen, in 
ainem vergulten Lewenkopf gefasst" und dazu 
immer wieder „Pain von einem Riesen", das sind 
verschiedenartige Tierknochen, die für Skelett- 
funde von vorzeitlichen Menschen gehalten wur- 
den. 
Die Neuaufstellung der Kunst- und Wunderkam- 
mer versucht nun unter Bezugnahme auf die 
genannten lnventare den Charakter des Neben- 
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Die 22 Schaukästen wurden, sowohl was ihre 
Färbelung als auch was die thematische Ab- 
folge angeht, auf die lnventare abgestimmt. 
Dabei hat sich herausgestellt, daß bei der Wahl 
der Farbe deren Verhältnis zum ausgestellten 
Objekt im Sinn der Hervorhebung bestimmter 
ästhetischer Qualitäten des Kunstkammerstückes 
eine Rolle gespielt hat. Es wurde somit deutlich, 
daß z. B. das satte Braun der Musikinstrumente 
vor dem weißen Hintergrund oder das fast 
schwarze lnkarnat der Handsteine vor Rot am 
besten zur Geltung kommt und mit dieser Art 
der Präsentation auch Werken schwächerer Qua- 
lität zu einem höheren Ansehen verholfen wer- 
den kann. Der erste Kasten enthielt vor blauem 
Hintergrund die Gegenstände aus Gold und Sil- 
ber, wobei neben zahlreichen anderen Gefä- 
ßen die sicher bedeutendsten Stücke die Geschen- 
Anmerkungen 4-8 
' Ernst Kris: Goldsümiedearbeiten des Mitteln 
Renaissance und des Barock, Wien W31, Nr. 63. 
t Mitteilung von Mr. Harry Garner vom 13. Februa 
'Hans Wieser: „Der Brautbecher der Margaret 
tasch", in: Schlern-Schriften, Heft 234, Innsbruck 
7 Hermann Fillitz: „Die Silberschale der Murgare 
tüsch in Schloß Ambras", in: Pantheon IXIÄ 1971 
' Kurt Rossacher: „Der Schatz des Erzstiftes S 
Salzburg 1966, Nr. 22.
	        

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