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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IX (1874 / 106)

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complicirtesten und feinsten d jour gearbeiteten Kanten und Besätze an- 
gefertigt wurden, sondern es gehörte auch vornehmlich im XVl. und XVII. 
Jahrhundert zum guten Ton, dass in den Patrizier-Häusern der Städte, 
auf den Burgen und Schlössern des niedern und hohen Adels durchbro- 
chene Nadelarheiten in den gewähltesten und frappantesten Mustern nach 
Anleitung der vielen Modelbücher künstlerisch vollendet wurden. Wie aber 
erklärt es sich, dass, als am Schlusse des Mittelalters andere Kunstzweige 
in ihren Leistungen zurückgingen, gerade die Spitzenindustrie, die nwelsche 
Arbeitw, sich als besonderer Kunstzweig weiter zu entwickeln begann? 
(Schluss folgt.) 
KLEINERE MITTHEILUNGEN. 
(Aufsiohtsrath dei-Kunstgewerbeschule.) Durch eine in jüngster 
Leit von dem k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht ausgegangene 
Bestimmung hat der Aufsichtsrath der Kunstgewerbeschule am Oesterr. 
Museum eine Erweiterung seiner Wirksamkeit erlangt. Das Ministerium 
hat nämlich mit Erlass vom 2. Juni d. J., Z. 6339, bestimmt, dass der 
genannte Autsichtsrath fortan als ein Hilfsorgan des Ministeriums zu 
wirken habe, welches unbeschadet des gesetzlichen Wirkungskreises der 
Landesschulräthe, über die Zulassung von Zeichenvorlagen für Volks, 
Mittel- und Gewerheschulen, ferner über die für Zeichenlehrer an solchen 
Anstalten zu erlassenden lnstructionen, sowie überhaupt über Fragen des 
Zeichenunterrichtes im Interesse einer lachgemässen und einheitlichen 
Regelung und Leitung desselben zu Rathe gezogen werden wird. 
In Folge dieser Verordnung hat der Aufsichtsrath sich durch mehrere 
Fachmänner auf dem Gebiete des Zeichenunterrichtes in Volks-, Gewerbe- 
uud Mittelschulen verstärkt und seine Thätigkeit bereits begonnen. 
(Subvention) Der Handelsminister hat dem Oesterr. Museum für 
Kunst und Industrie aus Mitteln des Handelsministeriums einen Betrag 
von 5000 H. zur Completirung der Sammlungen des Museums durch 
Ankauf von Musterobjecten aus der gegenwärtig vom Oesterr. Museum 
veranstalteten Ausstellung alter Möbel und castellanischer Schmuckgegen- 
stände bewilligt. 
(Persoualieiw Der Direetor des Oesterr. Museums, Herr Hufrath Dr. Eitel- 
berger v. Edelberg, wurde zum Correspondenten des niederosterreichischen Gewerbe 
vereins ernannt. 
(Der Besuch des Museums) belief sich im Monat Mai auf i4.o33 Personen. 
(Raphael Donner's Brunnen) am Neuen Markte in Wien, das bekannte Meiste!" 
werk des osterreichischeii Bildhauers, ist gegenwärtig in einer kleinen Copie von Gyps 
im Museum zu besichtigen. Dieses sehr correet durchgeführte Werk wurde von dem 
Bildhauer Josef Beyer mit sorgfältiger Benutzung der Uriginalskizzen mudellirt. Abgüsse 
zum Preise von i5u tl. o. W. sind bei dem Verfertiger (Wien, lV, Ttlubäiümlllllligäiäö 5) 
zu bestellen. 
(Zeiohenuzitemehn) Zu den eingeführten Lehrplänen für den Zeichenunterricht 
in den Lehranstalten, auf die eich der Wirkungskreis der k. k. Landesschulbehorden 
erstreckt, sind nunmehr die liistruetioneii erlassen worden, welche die Grundsatze, nach 
denen der betreffende Unterricht zu ertheilen ist, enthalten. Diese lnstructionen zerfallen 
in: i. lnstruction für den Unterricht im Freihandzeichnen an Volksschulen, welcher Un- 
terricht Miissenunterrielit ist, so dass alle Schüler einer Classe gleichzeitig mit einer und 
io"
	        

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