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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IX (1874 / 111)

für 
KUNST UND INDUSTRIE. 
(Monatschrift für Kunst und Kunstgewerbe.) 
Am x. eines jeden Monats erscheint eine Nummer. - Abonnementspreis per Jahr H. 4,- 
Redacteur Bruno Bucher. Expedition von C. Gzroldkr Sohn. 
Man abonnirr im Museum, bei Gerold 6x Comp., durch die Posmnstallen, sowie durch 
alle Buch- und Kunslhandlungen. 
Nr. 111, WIEN, x. DECEHBER 1874. IX. Jahrg. 
 
Inlmlt: Die Weihnachlsqkusstellnng. -Quellenschrihen. -Vorlagenwerke für den Zeichenunlerricht. - 
Vorlesungen im Museum. - Fortsetzung den Kataloges verkäußicher Gypsabgüsse des Oesterr. 
Museums. ü Kleinere Minheilungzn. - Fortsetzung des Kalalügss der Ornlmentslich-Slmmlullg. 
_ UOCFII. 
Die Vleihnachta-Auastollung. 
Bei der Veranstaltung der Weihnachts-Ausstellung leitete uns eine 
doppelte Erwägung: eine entspringend aus den Verhältnissen der Gegen- 
wart, und eine zweite, eine fachliche. 
Erstere beruht auf der gegenwärtigen Lage der Kunst und der Kunst- 
gewerbe, bei welcher der Händler und Fabrikant ebenso als der Arbeiter leia 
det. Der Händler verliert sein Absatzgebiet, der Fabrikant beschränkt seine 
Thätigkeit, der Arbeiter (im weiteren Sinne des Wortes) die Mittel der 
Existenz. Dazu kommt, dass das Ausland auf den Import nach Oesterreich 
mehr als je rechnet, nachdem die Weltausstellung die Wege gezeigt, 
um nach Oesterreich zu importiren. Man braucht nur die Schaufenster 
unserer renommirtesten Händler und Kaufleute mit einiger Aufmerksamkeit 
zu betrachten , so sieht man deutlich, in welch' hohem Masse sich der 
Import des Auslandes seit der Weltausstellung vermehrt hat. Zwei fran- 
zösische Gesellschaften sorgen, theilweise unter gefälliger Mitwirkung ein- 
heimischer Producenten, dass die Lücken, welche durch die actuelle Krise 
in die Reihen der Künstler und Kunsttechniker eingerissen sind, durch 
ausländische Waare ausgefüllt wird. So wird der an und für sich schlimme 
Zustand durch die auswärtige Concurrenz erhöht. 
Unter diesen Umständen darf man sich nicht wundern, dass Muth- 
losigkeit unter den Arbeitskräften einreisst und die mühsam errungenen 
Resultate unseres kunstgewerblichen Strebens bedroht sind. Wir sind aber 
die Letzten, die glauben, dass eine Politik des Laissez-faire et laissez-aller 
in diesem Momente geboten sei; im Gegentheil. 
Wir meinen, wenn uns etwas gegenwärtig nützen kann, so ist es 
die gebotene Gelegenheit, um die besseren Kräfte zu sammeln und zu 
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