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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IX (1874 / 110)

catiun und der Liohelins- -- 4. lrlinüuss 
m. Balld- du: Renaissance. - s. Entwiokehwgin 
I. Textila Kunst, bearb. von. A. llg, den folgenden Periodzu. - Lim-amr. 
u. Stilgeseue der textilen Kunsn-n. Die II. Lederarbeiten und Buchbindered, 
akenVolker: lndiexyvorderasieuqäegyp- bearbeitet von Br. Bucher. 
(an, die classischenVölker. -- 3. Byzanz 1. Geschnittenes und gepresstes Leder. 
und das Abendland im Mittelalter; neue - 2. Ledermosaik. - 3. Aeussere Buch- 
TechnikenzAuikoxnmenderSpitzenfabri- ausstattung. - Literatur. 
Zu jedem Band Inhalts- und Illuslralionsbverzeichniss. 
Im dritten Band ausführliches Sach-, Ons- und Künstler-Register. 
Du Wiener Frauenorvlerbvorein 
eröffnete am u. October d. J. in feierlicher Weise ein neues Vereins- und Schulhaus in 
der Rahlgasse. Die Präsidentin Frau v. Eitelberger eröffnete die Feier mit einer An- 
sprache, in welcher sie die Anwesenden im eigenen Hause begrüsste, wo nun alle seit 
den sieben Jahren des Vereinsbestandes errichteten Arbeitsstätten und Schulen vereinigt 
und den wechselnden und unangenehmen Miethsverhältnissen nicht mehr ausgesetzt seien. 
Mit dern Gefühle der Sicherheit und Beruhigung könne nunmehr einer gedeihlichen Zu- 
kunft der Schulen entgegengesehen werden. Rednerin dankt Allen, welche für das Zu- 
standekommen dieses Baues gewirkt, besonders aber der Ersten österreichischen 
Sparcasse, welche den Bau und dessen Vollendung ermöglichte. Für die innere Ein- 
richtung der Schulen haben die Ministerien für Unterricht und Handel theils durch Na- 
tural-, theils durch Geldspenden vorgesorgt. Die Sprecherin gedachte der edlen Bestrebungen 
der verstorbenen Präsidentin Frau von Neuwall, deren Bildniss zur steten Erinnerung 
im Sitzungssaale aufgehängt ist, und fuhr dann fort: Der Verein ist aus der zwingenden 
Nothwendigkeit erwachsen, Mädchen und Frauen, welche auf den eigenen Erwerb ange- 
wiesen sind, die Mittel zu bieten, sich die nßthigen Fertigkeiten zu erwerben. So viel 
Werth aber der Verein auch auf Kenntnisse und Fertigkeiten legt, so wird er doch nie 
ausser Acht lassen, dass ea Sitte und Wohlmstandigkeit sind, welche vor Allem ein Mad- 
chen auszeichnen sollen. (Lebhafter Beifall.) Den Töchtern des unbemittelten Arbeiten, 
Bürger- und Beamtenstandes sind vorzüglich die Schulen gewidmet, wie sie in1 Laufe der 
Jahre entstanden sind, wie die Nähstube, die gewerbliche Zeichenschule, die hohere Ar- 
beitsschule, die Telegraphenschule und die höhere Bildungsschule. 
Die seit dem Beginne des Vereines von 5535 Schülerinnen besuchten Schulen sind 
zumeist der Erhöhung der Erwerbsfähigkeit gewidmete Institute. Nur die vor drei Jahren 
gegründete höhere Bildungsschule stellt sich zur Aufgabe, die Hauptfächer der allgemeinen 
Bildung in richtiger Weise zu lehren, wobei den Verein das Bewusstsein leitete, dass er- 
hühte allgemeine Bildung der Frauen auch ihre Befähigung steigert, ihre Selbstständigkeit 
zu begründen, wenn es die Verhältnise fordern. Diese Schule, vorn Unterrichtsministeriurn 
subventiunirt, wird von nun an im Einvernehmen mit _dem Lendesschulrathe strenger ge- 
gliedert und erweitert werden. Der Verein hoßt, seine Gönner werden ihm erhalten 
bleiben; denn derselbe. reich an gutem Willen, Arbeitskraft und Opfermuth, hat doch 
kein anderes Capital als die moralischen Krafte, in allem Anderen ist er auf jene Hilfe 
angiewiuen, die ihn so weit, befördert hat und ihm wohl auch in der Zukunft zur Seite 
ste an wird. (Lebhafte: Beifall.) 
Statthalter Baron Conradvßybesfeld überbrachte dem Vereine und seiner Lei- 
tung den Dank und die Anerkennun der Regierung für die bisherigen Leistungen und 
Bestrebungen des Vereines, der es ' bringen Will. dßß M5"! dem 58'191 "Sßlbß! iäl 
der Mann" auch der Spruch zur Geltung gelange: "Selbst ist auch die Frau!" (BeifalL) 
Vor nicht gar langer Zeit wurde es. noch belächelt, wenn eine Frau es etwas weiter brin- 
gen wollte„' als über das Verständnis: der Gegenstände um sie herum und über etwas 
Schreiben hinaus, Schwierig sei es, die weibliche Ausbildung vor Ueherbildung zu 
schüüßll. der Verein iedoch habe. mit schönstem Tacte diese Grenzen gefunden. Die Re- 
gierung Schlitze, dessen Thntigkeit im hochsten (Sande und werde auch ferner in dessen 
Unterstützung nicht. ermßden. (BeifalL) 
Als C. ef des Landesscbnlmthes wandte sich sodann der Statthalter mit einem Apa 
pell an den, Lehrkbrper, es rndge datüber gewachl werden, dass die echte Weiblichkeit 
erhalten bleibm, es. möge nicht nachgesctebt werden den trßuiaäantischen Genossen, wo 
die weibliche Aüäbildung zur Verzerrung, zum Groteskea zu werden drohe. Echter reli- 
giöser Geist und. Tußßßi mögen gelehrt werden;_ fern. bleibe der fmrnmelnde Geist 
kalter Beschaulichkeit, eben so ferne aber auch der Materialisaaute Die: höchste. Schutz-
	        

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