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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IX (1874 / 110)

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Hauptwerk, die vHistoire des arts industriels au moyen-äge et a Yepoque 
de la renaissancee, 4 Bände, zuerst 1864-1866, jetzt in neuer Auflage er- 
schienen. Herr Jules Labarte war auf diesem Gebiete der eigentliche bahn- 
brechende Geist, der, wenn er sich auch vorzüglich nur mit dem Mittel- 
alter und der Renaissance beschäftigt hat, das Gebiet der arts industriels 
festgestellt und als eine Specialität der Kunstwissenschaft zur Geltung 
gebracht hat. Neben Herrn J. Labarte haben sich Alfred Darcel, Viollet- 
le-Duc sen., u. A. in Frankreich in ganz hervorragender Weise um dieses 
Gebiet verdient gemacht. 
ln der deutschen Literatur war es auf dem einschlägigen Gebiete 
lange Zeit sehr still. Was gearbeitet wurde, so schätzbar es war, war 
vereinzelt. Erst die Gründung des Oesterreichischen Museums hat für 
Deutsch-Oesterreich die Bewegung in Fluss gebracht; in unserem Insti- 
tute waren zuerst die Grenzgebiete der arts industriels klar festgestellt, 
und sowohl in den Sammlungen als in der Bibliothek festgehalten. Wir 
haben seit mehr als einem Jahrzehnte keine Veranlassung gefunden, an 
diesen Grundlagen irgendwo zu rütteln. Sie haben sich praktisch bewährt 
und in der deutschen Literatur Eingang gefunden. 
Arbeiten der Franzosen, so verdienstlich, ja eminemsie zu nennen 
sind, sind doch sehr einseitig französisch, und das grosse Werk Labarte's 
ist viel zu gelehrt, viel zu umfangreich und viel zu theuer, um allgemein 
zugänglich zu sein. Vor Allem war es nöthig, dass eine Form gefunden 
werde, welche die Lectüre weiteren Kreisen möglich macht und in der 
auch die Resultate der deutschen Literatur Beachtung und Eingang finden 
können. Wir glauben, dass das von Herrn Br. Buch er herausgegebene 
Werk, von dem die erste Lieferung vorliegt, dieser Anforderung ent- 
spricht. An demselben nehmen noch für einzelne Gebiete Antheil: die 
Herren F. Lippmann für Formschneidekunst und Kupferstich, l-Ierr 
A. llg für Goldschmiedekunst und textile Kunst, Herr Jul. Lessing für 
Kunsttöpferei, Herr Dr. Rolle! für Glyptik und Herr Dr. Brinkmann für 
Möbel. Die Bearbeitung der anderen Zweige der Kunsttechnik hat der 
Herausgeber Herr Bruno Bucher übernommen. Als eine Vorarbeit zu 
diesem grösseren Werke dürfen wir des Verfassers Buch wKunst im Hand- 
werks betrachten, das vor wenigen Jahren bei Braumüller in Wien er- 
schienen ist und in welchem Herr Bucher sich als ein Schriftsteller bewährt 
hat, der in eminenter Weise kla.r und sachgemäss zu schreiben versteht. 
Und gerade bei dem vorliegenden Werke handelt es sich darum, klar, 
übersichtlich und anschaulich darzustellen. 
Denn die wGeschichte der technischen Künsten ist vor Allem darauf 
berechnet, dem kunstgebildeten Publicum wie dem Fachmanne, Lehrern 
wie Künstlern, ein verlässlicher Führer zu sein auf einem Gebiet, welches 
für diesen theilweise ein ganz neues ist. Das Programm zdgt deutlich 
das Bemühen, ein nützliches und lesbares Buch zu schaffen.
	        

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