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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe X (1875 / 113)

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(Zelinka-Konument.) Die Zelinkn-Monument-Commission hat beschlossen, den 
Bildhauer Pöninger mit der Verfertigung des Monuments nach dem vorgelegten Ent- 
wurfe - eine Büste aus Bronze auf einem Sockel von Porphyr - dahin zu beauftragen, 
dass das Monument bis längstens 15. October nächsten Jahres vollendet sei und auf- 
gerichtet auf dem sogenannten Zelinka-Hügel im Wiener Stadtparke stehe. Der Grund 
wird auf Kosten der Gemeinde ausgemauert. Das Monument soll folgende Aufschriften 
erhalten: Vorne mit der Richtung gegen den Cursalon: i-Dr. Andreas Zeliokn, Bürger- 
meister in Wien 1861 bis 186841 Rückwärts: nErrichtet von seinen Mitbürgern im 
Jahre 1875.: Der Bildhauer erhalt für das Monument die Summe von 11.000 f]. 
(Zeiohen- und hohsehulen.) Für dieses Schuljahr wurde für die Gewerbe- 
schulen in Wien ein Erforderniss von 100.000 tl. genehmigt. Da nach den Bestimmungen 
des n. ö. Landesgesetzes von der Commune Wien zur Erhaltung der Gewerbeschulen in 
Wien zo pCt. beizutragen sind, so hat sich die Commission zur Leitung der Gewerbe- 
schuleo bereits an den Gemeinderath wegen Flüssigmachung des Betrages von zo.ooo_ G. 
aus städtischen Mitteln für diesen Zweck gewendet. 
Die allgemeine Zeichenschule im Ill. Bezirk in Wien ist von 50 Schülern, 
vorzugsweise Gewerbetreibenden, Studirenden und Lehrern besucht. Von diesen Schülern 
wohnen 11 im Ill., 7 im ll. Bezirke, die übrigen vertheilen sichjn die anderen Bezirke 
und die Vororte Wiens. Die Schule ist von Prof. Grandauer trefflich geleitet. 
Die allgemeine Zeichenschule im lX. Bezirk in Wien war zu Ende dieses 
Jahres von 4o Schülern besucht, und zwar von Gewerbetreibenden, absolvirten Real- 
schülern, welche sich dem kunstgewerblichen Fach zuwenden wollen, von Studirenden 
der Gymnasien und der Universität etc. Die Schule nimmt einen erfreulichen Fortgang. 
Das k. k. Handelsministerium hat den Lehrplan für den Modellirunterricht an der 
Fachschule für Thonindustrie in Znaim provisorisch für das laufende Jahr genehmigt. 
Der Besuch der von Director Ortwein geleiteten Grazer Gewerbeschule ist 
ein sehr erfreulicher; damit in Verbindung stehen die Elementarzeichenschulen an den 
Hauptschulen zu Mariahilf (besucht von 74 Schülern), innere Stadt (65 Schüler), Münz- 
graben (19 Schüler) zusammen 158. Der Besuch der Gewerheschule ist folgender: 
Elementarschule: Flachornament 103, freies Handzeichnen 39, geometrisches Zeichnen 103, 
Modelliren a5, Schule der Holzarbeiten 40, Schule der Metallarbeiten 18, Geometrie (Vor- 
trag) 21, Technologie (Vortrag) 21, zusammen 205 Schüler. Die Anzahl der Schüler 
darf nicht aus der Zusammenzahlung der Schülerzahlen der einzelnen Curse bestimmt 
werden, indem z. B. dieselben Schüler das geometrische Zeichnen und das Flachornament 
betreiben. Die Baugewerbeschule hat 40 Schüler. -- Sehr erfreulich ist, zu vernehmen, 
dass Herrn Director Architekt Ortwein verschiedene Aufträge zu Theil wurden und dass 
über Veranlassung des Landesschulinspectors Herrn Rozek Herr Ortwein einen Cursus 
über die Elemente des Zeichnens gibt. Vorerst meldeten sich 50 Lehrer; von diesen 
fielen 30 ab, aber 20 hielten wacker aus. So ist Aussicht vorhanden, dass sich ein Kern 
von Volksschullehrern bildet, die im Zeichnen fest sind. Die anfänglichen Schwierig- 
keiten sind überwunden und nun einmal der Anfang gemacht ist, werden die anderen 
Lehrer schon nachkommen. 
Se. Excellenz der Herr Minister des Unterrichts hat mit Erlass vom 3. November 
v. J. den bereits in den Vorjahren unterstützten gewerblichen Schulen Karntens eine 
Subvention von 3400 H. (davon den Abendschulen in Viktring und Feistritz im 
Rosenthale je 150 tL, der Fortbildungsschule in Ferlach Soo (1., der Sonntagsschule in 
Feldkirchen 100 H.) zugewendet. Das ßKarntn. Gewerbeblatt. spricht aus diesem An- 
lasse Sr. Exc. dem Herrn Minister sowie dem Landcsschulrathe in Kärnten im Namen 
der gewerblichen und Handelsjugend den innigsten Dank aus und gibt sich der Hoffnung 
hin, dass die Unterstützungen des Staates mit eine Aneiferung sein werden, in allen 
össeren Orten Anstalten zu treffen, dass der gewerblichen Jugend der ihr so nothwen- 
dige Schulunterricht gespendet werde. 
Das k. k. Handelsministerium hat - wie die wKlagf. Zlg.i meldet - an der Ge- 
werbehalle in Klagenfurt im Interesse der Gewerbe und Kunstindustrie eine Fach- 
schule für Zeichnen und Modelliren errichtet, welche, mit der bisher vom dortigen 
Geweraeverein erhaltenen permanenten Zeichenschule vereinigt, unter die Leitung des 
Bildhauers Karl Rippel gestellt wurde. 
Die gewerbliche Fortbildungsschulc in Gmunden wurde am 8. November 1874 
erbdnet; bereits am a8. dess. Monats war die Schule von 15 Schülern besucht. Ausserdem 
wurde ein unentgeltlicher Privat-Zeichenunterricht für die Schüler der 5. Volksschulclasse 
erotinet, für welchen sich 18 Schüler meldeten; als Lehrer fungirt Herr Gnldmann. 
Der Unterricht wird in sechs wöchentlichen Stunden: Sonntag von 9-11 Uhr, Dienstag 
und Mittwoch von 7-9 Uhr Abends, und zwar im Elementarzeichnen, Fachzeichnen und 
im Modelliren ertheilt.
	        

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